Kreatives Brandenburg

Brandenburgs Kreative in der Pandemie (VI): Ute Manoloudakis

Brandenburgs Kreative in der Pandemie (VI): Ute Manoloudakis

Die Corona-Pandemie hat die Kultur- und Kreativwirtschaft nicht nur ausgebremst, sondern teilweise in existenzielle Nöte gebracht. Jetzt, nach einem Jahr Pandemie, heißt es: nach vorne schauen! Auch 2021 wird nicht einfach werden, aber es gibt Chancen, dass wir zu einer (neuen) Normalität kommen.

Kreatives Brandenburg will den Akteuren selbst eine Stimme geben, eine schlaglichtartige Bestandsaufnahme wagen. Wie sind Brandenburgs Kultur- und Kreativschaffende durch das vergangene Jahr gekommen? Wie ergeht es ihnen in der Krise? Was kann 2021 bringen? Heute:  Ute Manoloudakis

Wie hat sich die Corona-Pandemie auf die Arbeit ausgewirkt?
Ich war im Januar und Februar 2020 in Asien unterwegs als sich die Pandemie dort ausbreitete. Als ich nach Berlin zurückkam, war sie bereits auch schon Deutschland. Nach der ersten Irritation über die ungewohnte Situation und die einhergehende Verunsicherung, habe ich eines meiner beiden Ateliers gekündigt. Zwei Ausstellungen wurden komplett abgesagt und eine weitere 1,5 Wochen nach der Eröffnung geschlossen. Es war damit klar, dass geplante Einnahmen ausbleiben würden. An bereits begonnenen Arbeiten konnte ich auch gar nicht weiterarbeiten. Ich nehme an, dass es allen Künstlern so geht. Das Umfeld und die Bedingungen in denen wir uns befinden, fließen ja unbewusst oder bewusst in unsere Arbeit ein. Da ich aber ein optimistischer Mensch mit einer überbordenden inneren Triebkraft bin, sprudelte es bald wieder aus mir heraus. Aber anders…

Welche neuen Arbeitsweisen, Verbreitungs- und Kommunikationswege wurden geschaffen oder genutzt?
Der Lockdown hat mir viel Raum gegeben in Form von Zeit. Diese gewonnene Zeit habe ich genossen, um in Ruhe zu arbeiten. Als Künstler hat man in der allgemeinen Routine ja sonst auch sehr viel bürokratisches und organisatorisches um die Ohren, was ich dann ganz bewusst außen vor gelassen habe, um mich auf die künstlerische Arbeit zu konzentrieren. Das hat sich gelohnt. Ganz ungestört konnte ich in einen Dialog mit der Natur treten. Erst Ende 2020 ist habe ich meine neuen Arbeiten fotografieren lassen und es ist ein Katalog zur Serie entstanden. Weiterhin wird gerade im Auftrag einer Potsdamer Institution ein Videoportrait über meine künstlerische Arbeit in der Pandemie gedreht.

Welche neuen Projekte (die es so ohne die Pandemie nicht gegeben hätte) wurden entwickelt?
Durch die Quarantänesituation ging ich viel in den Wald. Es war ja Frühling und die Natur entwickelte sich gerade wunderbar. Es herrschte eine unglaubliche Stille, da ja auch kaum noch Flugzeuge flogen. Ich begann in der Natur zu arbeiten. Hier machte ich ganz neue Erfahrungen, malte im Schnee, im Regen und auch im Mondlicht. In der bisherigen Routine hätte ich das wahrscheinlich nie getan. So entstand meine aktuelle Serie "Aus der Stille".

Welche Unterstützung (privat/ staatlich) hast Du erhalten?
Ich bin sehr dankbar für die Corona-Hilfe und Mikrostipendien, denn sie haben mir geholfen die schlimmste Phase zu überstehen. So konnte ich meine künstlerischen Projekte trotz ausgefallener Einnahmen umsetzen.

Welche Erwartungen gibt es für 2021?
Dem Jahr 2021 sehe ich mit voller Optimismus entgegen. Geplant sind eine Einzelausstellung und weitere Ausstellungen. Es geht also aufwärts. Und wenn nicht – na ja, dann machen wir wieder was draus…

Welche Erwartungen gibt es an die gesellschaftlichen Akteure? An die Kultur- und Kreativszene selbst? An die Politik? An alle da draußen?
Ich würde mir wünschen, dass die „Akteure, Politiker und jedes denkende Wesen“ begreifen, wie wichtig Kunst und Kultur sind, dass sie Nahrung für unsere Seele sind. Dass sie Brücken bauen und helfen Grenzen zu überwinden. Dass sie uns zu gesellschaftlichen und fühlenden Wesen machen.

Ute Manoloudakis stellt sich vor: Ute Manoloudakis ist ausgebildete Tänzerin und Malerin. Sie gründete das Vivace Tanzstudios in Berlin und leitete dies bis 2011. Sie studierte zudem Malerei und Grafik bei Prof. Hans Schiller in Berlin und ist 2011 ausschließlich freischaffende Künstlerin. Lebens- und Arbeitsmittelpunkte sind Potsdam und Berlin. Dort und weit über die Hauptstadtregion hinaus hat sie ihre Werke seit 2008 in Einzelausstellungen oder in Ausstellungen mit anderen Künstlern (z.B. in Rom oder Monaco) gezeigt. 

Ute Manoloudakis findet man unter www.ute-manoloudakis.de, auf Facebook und Instagram.

Serie: Brandenburgs Kreative in der Pandemie

(I): MIKALO

(II): Simone Westphal

(III) Tobias Thiele

(IV) Urban Art

(V) Theaterkollektiv FRITZAHOI!

JETZT MITMACHEN


Alle Kreativschaffenden in Brandenburg sind aufgerufen, sich an der aktuellen Umfrage von Kreatives Brandenburg zu beteiligen. Einfach die folgenden Fragen beantworten und alles an info@kreatives-brandenburg.de schicken.

Wie hat sich die Corona-Pandemie auf Deine/ Ihre/ Eure Arbeit ausgewirkt?

Welche neuen Arbeitsweisen, Verbreitungs- und Kommunikationswege hast Du/ haben Sie/ habt Ihr geschaffen oder genutzt?

Welche neuen Projekte (die es so ohne die Pandemie nicht gegeben hätte) hast Du/ haben Sie/ habt Ihr entwickelt?

Welche Unterstützung (privat/ staatlich) hast Du/ haben Sie/ habt Ihr erhalten?

Welche Erwartungen hast Du/ haben Sie/ habt Ihr für 2021?

Welche Erwartungen hast Du/ haben Sie/ habt Ihr an die gesellschaftlichen Akteure? An die Kultur- und Kreativszene selbst? An die Politik? An die Menschen, die Deine/ Ihre/ Eure Arbeit nutzen/ konsumieren/ hören/ sehen/ fühlen (wollen)?

In den kommenden Wochen stellt KREATIVES BRANDENBURG die Akteure, die an dieser Befragung teilnehmen, auf dem Webportal www.kreatives-brandenburg.de vor. Wir freuen uns über zahlreiche Antworten an info@kreatives-brandenburg.de .

Bitte auch einen kurzen Lebenslauf, Link zur Homepage/ Facebook/ Instagram etc. und ein Foto zur kostenlosen Nutzung an info@kreatives-brandenburg.de schicken!

Vollständigen Artikel lesen

rss

Schon gelesen?

schließen
schließen