Kreatives Brandenburg

Drei goldene Regeln für Social-Media-Nutzung

Drei goldene Regeln für Social-Media-Nutzung

Ohne Social Media geht es heutzutage nicht. Ignorieren kann man die sozialen Netzwerke auch als Kreativschaffender kaum. Fast alle sind dabei, aber nicht alle nutzen die sozialen Plattformen richtig.

Die Brandenburger Agentur für Kultur und Kreativwirtschaft hatte daher am 26. Februar 2019 zu einem kostenlosen Workshop ins Rechenzentrum in Potsdam geladen: Soziale Medien richtig nutzen. Das Interesse war groß, der Kurs schnell ausgebucht. Kreativschaffende aus diversen Bereichen ließen sich von Coach Franka Hönerbach, Expertin für PR und Marketing, über die Chancen und Fallstricke bei der Nutzung sozialer Medien aufklären.

Franka Hönerbach

 

Im Vorfeld bedenken

 

Drei goldene Regeln gab sie den Teilnehmern für alle Plattformen übergreifend mit auf den Weg:

  1. Content statt 1-Weg-Unterbrechung
  2. Dialog statt Monolog
  3. Chancen nutzen und Risiken kennen

 

Mit der Nutzung einer der vielen Plattformen, verabschiedet man sich von der klassischen One-to-many-Kommunikation. In einem sozialen Netzwerk geht es nicht mehr darum, den anderen Usern unkommentiert Inhalte zu präsentieren. Der veröffentlichte Content darf nicht wie ein plumper Werbeblock, eine Unterbrechung, daherkommen. Es muss für die Community interessant sein und Relevanz besitzen, die richtige Zielgruppe treffen. Interessante und regelmäßig Postings werden zudem schnell dafür sorgen, dass sich der Kreis ihrer Follower, ihrer unmittelbaren Zielgruppe vergrößert.

Ist das entsprechende Posting getätigt, ist die Arbeit jedoch nicht getan. Soziale Netzwerke leben von der Interaktion: Es wurde schließlich zum Dialog geladen. Die Nutzer werden Feedback geben und wieder eine Reaktion erwarten. Man tritt mit der Community in einen Austausch: Lob, Kritik, Anregungen – die Resonanz kann vielfältig sein. Auf beiden Seiten.

Der Austausch mit der Zielgruppe bringt jede Menge Möglichkeiten mit sich, um ein Produkt/ Projekt zu bewerben sowie eine Bindung zwischen der Community und einem selbst/ dem Produkt aufzubauen. Doch aufgepasst: Die Kommunikation ist unmittelbar. Sie ist schnell und direkt. Das birgt auch jede Menge Risiken. Fehlverhalten wird abgestraft, ein Shitstorm zieht manchmal schneller auf als einem lieb ist. Der Auslöser ist in den meisten Fällen eine sogenannte Kommunikationskrise: Ein pampige Antwort, eine unbedachte Äußerung und schon kann es ungemütlich werden. Daher der gute Rat: Nehmen Sie sich Zeit, nehmen Sie enttäuschte Kommentare ernst, gestehen Sie offen Fehler ein und erklären Sie sich ihren Followern. Geraten Sie unverschuldet in einen Shitstorm, dann ist Transparenz wichtig. Machen Sie deutlich, dass es sich um ein Missverständnis handelt. Löschen von (eigenen) Beiträgen ist dagegen nicht der richtige Weg, warnt Hönerbach.

 

Welches soziales Netzwerk wähle ich als Kreativschaffende(r)?

 

Eine Frage, auf die es nur individuelle Antworten gibt. Sich willkürlich bei allen verfügbaren Netzwerken anzumelden ist falsch. Im Vorfeld sollte man eruieren, welche Zielgruppe man ansprechen möchte. Was erwartet die Community von meinem Auftritt auf der Plattform? Wie viel Zeit will und kann ich investieren – und wo ist die Konkurrenz?

 

Facebook

 

Klar ist, Facebook ist noch immer das größte soziale Netzwerk. Allen Unkenrufen zum Trotz. Facebook ist nicht tot. Richtig ist: Facebook vergreist. Die Nutzer von Facebook werden immer älter. Unbestritten wenden sich jüngere Generationen verstärkt anderen Plattformen zu, als digitales „Gelbes Buch“ funktioniert Facebook aber weiterhin sehr gut. Präsenz ist hier wichtig. Ein Profil auf dieser Plattform ist also fast unvermeidlich.

Aber: Facebook ist, darüber sollte man sich - vor allem im Kreativ- und Kulturbereich - im Klaren sein, keine (gute) Verkaufsplattform, so die Expertin. Dort vertreiben die User ihre Freizeit. In erster Linie informiert man sich, diskutiert und kommt später bestenfalls auf der Homepage des Künstlers vorbei, um sich intensiver mit den Angeboten auseinanderzusetzen. Auf bzw. über Facebook selbst wird das ganz große Geschäft vermutlich nicht gemacht. Dass heißt nicht, dass über Facebook gar kein Geschäft zu machen wäre. Gerade für Produkte im unteren Preissegment bietet sich die Einrichtung eines Shops über den Businessmanager von Facebook an. Doch in erster Linie giert der User nach Einblicken in den Alltag des Künstlers. Je authentischer, desto besser. Hochglanzvideos werden hier nicht erwartet. Hier geht es ums Gesicht zeigen. Facebook eben. Da stellt sich die Frage: Wie privat soll es sein? Ist eine extra Unternehmens-/ Künstlerseite vielleicht sinnvoller?

  • Kleine Randnotiz: Auch wenn 5000 Fans ihre Facebook-Seite geliked haben, heißt das nicht, dass ihre Post entsprechend viele Leser findet. Dem Algorithmus von Facebook ist es geschuldet, dass bereits eine Quote von acht Prozent eine ganz gute Ausbeute ist, berichtet Hönerbach.
     

 

Instagram

 

Facebook ist nicht das einzige soziale Netzwerk. Mal abgesehen von der Video-Plattform YouTube, dem bald eingestellten Google+, Twitter oder der Fotoplattform Flickr ist zuzeit Instagram der Star im Social-Media-Himmel. Von Facebook im Jahr 2012 gekauft, ist es gerade für malende oder fotografierende Kreative ein wichtiger Tummelplatz. Die Social Networking App zieht zurzeit vor allem die Jüngeren an. Die Nutzerzahlen steigen ständig.

Bei Instagram geht es um die Präsentation von Bildern und kurzen Videos. Zu beachten ist jedoch, dass Instagram in erster Linie für die Nutzung via Smartphone ausgelegt, nur dort uneingeschränkt zu bedienen ist. Das bedarf einer Einarbeitung, unter anderem auch zur Handhabung von Hashtags. Nur so kann man das Potential dieser Plattform voll ausnutzen.

Ein großer Vorteil von Instagram ist, dass Facebook (noch) nicht alles auf Instagram übertragen hat. Hier gibt es (noch) keine oder nur geringe Einschränkungen bei der Ausspielung der Postings. Fast alle Follower werden erreicht. Die erwarten aber auch einiges. Auf Instagram wird eine andere, eine bessere Bildsprache als bei Facebook gepflegt. Bilder werden gerne mit Filtern bearbeitet, die die App zur Verfügung stellt. Auch hierbei bedarf es einer Einarbeitung. Temporär lassen sich auf Instagram – genau wie auf Facebook - Highlights hervorheben: Bilder oder Videos können zu einer Story zusammengestellt und dem Nutzer prominent angezeigt werden. Zumindest 24 Stunden lang, dann verschwinden sie wieder. In Instagram ist es zudem möglich, den Facebook-Shop (siehe oben) einbinden.

So hochwertig die Inhalte auf Instagram auch sein mögen, eine Klickmaschine ist Instagram nicht. Von hier aus werden Sie wenig Traffic auf ihre eigentliche Webpräsenz, ihre Homepage generieren. Aktive Links auf die Homepage können nicht in die Postings integriert werden. Den Weg zu eigenen Homepage kann man nur ein Mal in seiner eigenen Kurzbeschreibung platzieren.

 

Pinterest

 

Und dann kommt da überraschend eine andere soziale Plattform um die Ecke, die gerade Maler oder Fotografen erfreuen könnte. In Deutschland noch kaum bekannt oder genutzt ist Pinterest. Und ob man es glaubt oder nicht, von dieser Seite wird im Kreativbereich der meiste Traffic zurück auf die eigene Homepage gespielt – mehr als von Facebook oder Instagram, verriet Hönerbach. Um Nutznießer zu sein, genügt es oft schon, auf seiner eigenen Homepage die Möglichkeit anzubieten, die dort veröffentlichten Bilder auf Pinterest zu teilen. Ein Mal dort angekommen, werden oft ungekannte Gruppen erreicht – und die Fotos werden immer mit Link zur Homepage an die virtuellen Pinnwand gesteckt, neue/mehr Besuche auf der eigenen Homepage sind sehr wahrscheinlich.

Die Nutzung von sozialen Medien ist also sinnvoll – wenn sie richtig genutzt werden, Ruft man sich die skizzierten drei Regeln in Erinnerung, wird aber deutlich: Social Media macht man nicht mal eben nebenbei. Vor allem nicht, wenn man mehrere Portale bespielt. Fünf bis zehn Stunden in der Woche sollte man mindestens dafür aufwenden. Zum einen müssen Inhalte her, diese müssen dann gepostet und der Dialog gepflegt werden. Regelmäßg! Das gilt für alle sozialen Netzwerke. Daher rät Hönerbeck zum Einsatz von Socia Media Tools wie Hootsuite. Damit lassen sich Postings im Voraus planen – bei Facebook und Instagram, aber auch bei Twitter oder YouTube.

Jedoch ersetzt Social Media nicht den persönlichen Kontakt. Nicht alle Menschen sind über Facebook zu erreichen, erinnerte Franka Hönerbach. Also nicht vergessen: Bei öffentlichen Veranstaltungen präsent sein und mit den Menschen vor Ort zu sprechen und sich austauschen – und dann von den Veranstaltungen Bilder posten.

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