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Weiße Schatten. Wege durch die verlassene Papierfabrik Wolfswinkel

Weiße Schatten. Wege durch die verlassene Papierfabrik Wolfswinkel

Ausstellung
1. Juli 2017 13:18 - 16. Juli 2017 13:18
Veranstaltungsort
Ehemalige Papierfabrik Wolfwinkel
Eberswalder Str. 27-3116227 Eberswalde
Beschreibung

Kontraste und Extreme gehören zu Endmoräne, dem inzwischen weit über die Grenzen Brandenburgs hinaus
bekannten Künstlerinnen-Kollektiv, wie das Licht zum Schatten, das Weiche zum Harten, der Horizont zur
Weite. Insofern ist es nur konsequent, dass der Verein selbst zunehmend an und über seine Grenzen geht und
sich in diesem Sommer einer mächtigen Herausforderung stellt: Sah man vor ein paar Jahren staunend, wie
die Frauen das 9000 Quadratmeter große, widerständige Gelände eines ehemaligen Militärflughafens
durchdeklinierten, hält einen beim aktuellen Vorhaben neben der künstlerischen Umsetzung abermals die
logistische Machbarkeit in Atem.
Unweit von Berlin, in der so genannten „Waldstadt“ Eberswalde, einem der ersten Industriestandorte
Deutschlands an der Schwelle zum Maschinenalter, befindet sich ein stilles Zeugnis der einstigen gewerblichen
Blüte dieser Gegend. Ein Vierteljahrhundert lang formierten sich am Finowkanal zunächst Manufakturen, später
seit der Industrialisierung bis in die 1990er Jahre zahlreiche Fabriken, vornehmlich aus dem
metallverarbeitenden Bereich. Darunter, gleich einer Prinzessin unter Rittern, die Papierfabrik Wolfswinkel, die
wie viele volkseigene Betriebe nach der Wende privatisiert und kurz darauf geschlossen wurde.

Romantisch verschlafen und zugleich kühl morbide wirken die verlassenen Überbleibsel des frühindustriellen
Denkmals, dessen steinerne Hallen mit Natur und Kanal eine entrückte Symbiose eingegangen sind, um im
selben Augenblick beides zu konfrontieren.
Ebendieses Moment machen sich die Endmoräne Künstlerinnen zum komplexen Thema:
Jene faszinierenden Kontraste, welche die verfallende Fabrik räumlich und geschichtlich bietet, bildnerisch
partizipatorisch zu erschließen. Das hier einstmals produzierte reinweiße Papier im aktuellen Kontext zwischen
Schutt und Schatten zu rekapitulieren. Und die Widersprüchlichkeit kaputter Schönheit und anziehender
Verödung installatorisch umzusetzen. Ein Weißabgleich mit der Umgebung, der die Kunst auf die Situation vor
Ort einstellt. Das Ganze mit Beteiligung des Publikums mittels eines Wegeleitsystems, auf dem man vorwärts
durch das Gestern und zurück in die Zukunft gehen kann.
Den Gegensätzen in und zwischen allen Dingen Raum, Form und Entfaltungsmöglichkeit zu geben, ist
- so sei die These - die projekteigene Ausstellungsdialektik von Endmoräne. Wo viel Licht ist, ist viel Schatten.
Ob eine Synthese gelingt, ist in dem Sinne nicht wichtig. Denn der Weg ist ja das Ziel.
Ab dem 1. Juli in der ehemaligen Papierfabrik Wolfswinkel. Wenn 22 Künstlerinnen mitsamt Gästen passend
zum Sujet wieder aus dem Vollen schöpfen. Papier ist angeblich geduldig. Endmoräne nicht. Auch darin bleibt
sich das Projekt über die Jahre treu.

Ausstellungseröffnung: 1. Juli 2017, 15 Uhr (geöffnet 13 – 18 Uhr), mit Führungen, Performances, Aktionen
Ausstellungsdauer: 1. bis 16. Juli 2017, jeweils Sa + So, von 13 – 18 Uhr
Ausstellungsort: Ehemalige Papierfabrik Wolfwinkel, Eberswalder Str. 27-31, 16227 Eberswalde

Zur Ausstellung erscheint eine Broschüre. Weitere Informationen über das Gesamtprojekt und die beteiligten Künstlerinnen
sowie zu Verkehrsanbindungen, Führungen und Performances unter www.endmoraene.de

Mit Arbeiten von Ina Abuschenko-Matwejewa, Susanne Ahner, Kerstin Baudis, Ka Bomhardt, Anna Borgman,
Claudia Busching, Monika Funke Stern, Gisela Genthner, Renate Hampke, Masko Iso, Ingrid Kerma, Gunhild
Kreuzer, Angela Lubič, Barbara Müller, Dorothea Neumann, Patricia Pisani, Elke Postler, Ilka Raupach, Antje
Scholz, Erika Stürmer-Alex, Christiane Wartenberg, Tina Zimmermann und in Kooperation mit Studierenden der
Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde

Die Ausstellung „Weiße Schatten. Wege durch die verlassene Papierfabrik Wolfswinkel“ steht unter der Schirmherrschaft der Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg Dr. Martina Münch und wird gefördert aus Mitteln des Landes Brandenburg, der Stadt Eberswalde, der EWE Stiftung, des Landkreises Märkisch Oderland, der Stiftung der Sparkasse Märkisch Oderland, der Aktion KulturAllianzen, der Gerda-Weiler-Stiftung, der GLS Treuhand e.V. sowie von Volker Haerecke und der IndustrieKultur GmbH Wolfswinkel.

Foto: Endmoräne e.V.

Eintritt und Öffnungszeiten
Ausnahmen

Sommerwerkstatt 2017 - Arbeiten in situ: 19. bis 30. Juni 2017
Ausstellungseröffnung: 1. Juli 2017, 15 Uhr (geöffnet 13 – 18 Uhr), mit Führungen, Performances, Aktionen
Ausstellungsdauer: 1. bis 16. Juli 2017, jeweils Sa + So, von 13 – 18 Uhr
Ausstellungsort: Ehemalige Papierfabrik Wolfwinkel, Eberswalder Str. 27-31, 16227 Eberswalde
Zur Ausstellung erscheint eine Broschüre. Weitere Informationen über das Gesamtprojekt und die beteiligten Künstlerinnen
sowie zu Verkehrsanbindungen, Führungen und Performances unter www.endmoraene.de

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