10. Februar 2015

Im Profil: Fotograf Frank Gaudlitz aus Potsdam

Im Profil: Fotograf Frank Gaudlitz aus Potsdam

Mehr als ein halbes Jahr reiste der Potsdamer Fotograf Frank Gaudlitz durch Amazonien und porträtierte dort 120 Frauen. Frauen, die in einem männlichen Körper leben. Einige seiner ausdrucksstarken Fotos, denen Stillleben aus Fruchtarrangements und tierischen Elementen gegenüber gestellt werden, waren in der Ausstellung „Made in Potsdam“ im Kunstraum Potsdam zu sehen. Seine Bilder wird Frank Gaudlitz jetzt - ergänzt durch Interviews mit den Transsexuellen - in einem Buch veröffentlichen, das er über Crowdfunding finanzieren hat. Die Kampagne konnte auf der Plattform VisionBakery unterstützt werden. Kreatives Brandenburg hat mit dem Fotografen über seine Recherchereisen und „Die Amazonen des Amazonas“ gesprochen.

Interview: Bianca Loschinsky

 

Hallo Herr Gaudlitz, nachdem Ihre Arbeitsschwerpunkte viele Jahre in Russland und Osteuropa lagen, sind Sie seit einigen Jahren in Südamerika unterwegs. Wonach wählen Sie die bereisten Länder aus?

Die Projekte, die ich seit fast 25 Jahren realisiere, haben damals mit dem Abzug der Russen begonnen. Das hat mich sehr interessiert, vor allem die Befindlichkeit des Einzelnen in solch einem historischen oder politischen Prozess. Dann bin ich den Russen hinterher gereist, um deren Ankunft in ihrer Heimat zu fotografieren. Zehn Jahre blieb ich in Russland, weil mich der gesellschaftliche Umbruch und die Ohnmacht nach dem Wandel von der Diktatur zur freien Marktwirtschaft interessiert hat.

Dann gibt es irgendwann den Punkt – was bei mir scheinbar immer zehn Jahre dauert – dass ich die jeweiligen Umstände nicht mehr aushalten kann. Es war die russische Schwermut, mit der ich lange Zeit kein Problem hatte, vor der ich fliehen musste. Das folgende Projekt war zunächst das theoretische Konstrukt „Grenzflüsse“, welches ich schließlich auf die Donau eingrenzte, weil die zehn Anrainerstaaten ein großes Spektrum vom Zustand Europas versprachen. Ich habe für "Warten auf Europa" Menschen am Fluss porträtiert und nach ihren Wünschen befragt und bin symbolisierend stromaufwärts vom Schwarzen Meer in Richtung Quelle nach Deutschland gereist. Daraus entstand wieder das nächste Projekt - "Casa Mare". Während meiner Reise wurde ich viel eingeladen. Dort sah ich Stuben, bunte Räume, die zum Teil psychodelisch anmuteten. So fotografierte ich Menschen in ihren Wohnzimmern in Feiertagskleidung. Multikulturelle Gegenden, wo viele Völker auf engem Raum leben, sind die spannendsten.

Also hat sich Ihre Reiselinie mehr oder weniger ergeben – zum Teil durch historische Ereignisse und nicht so sehr wegen persönlicher Präferenzen. Wie kamen Sie dann nach Südamerika?

Eine persönliche Krise hat mich ein Land suchen lassen, wo ich möglichst lange mit möglichst wenig Geld existieren konnte. Das war Bolivien. Nach den ersten zwei Wochen in Südamerika war ich von meiner Depression geheilt. Ich konnte wieder lachen, alles war warm... Da wurde es für mich zum Prinzip, für die nächsten Jahre ein Reisender zu sein. So habe ich mich neu definiert. Ich habe in Potsdam zunächst einmal viel aufgegeben. Natürlich war mir klar, dass sich die Lage mit Jobs nach unten korrigiert, wenn man nicht mehr dauerhaft zur Verfügung steht. Allerdings machte mich das nicht nervös, sondern wirkte eher wie eine Befreiung.

Ich bin nun seit neun Jahren jeden Winter in Südamerika. Aus einem anfänglichen Reisethema - "Cruz del Sur" - wo ich in den Inkastaaten versucht habe, das Leben in Schwarz-Weiß und mit einer Kleinbildkamera zu fotografieren, hat sich das Humboldt-Projekt entwickelt. Während des Projekts "Sonnenstraße" gab es die Begegnung mit transsexuellen Menschen - und plötzlich war ich wieder beim nächsten Thema. Und jetzt ist wieder die große Frage: Zehn Jahre sind fast um. Noch gibt es keine neue Idee. Wie geht es jetzt weiter?

 

Im Mittelpunkt Ihrer Arbeit stehen vor allem Menschen, mit denen Sie in einen intensiven Dialog zu treten scheinen. Wie schaffen Sie Vertrauen zu den Porträtierten, damit Sie ihnen so nah kommen können?

Das ist mir oftmals selbst etwas unklar. Ich glaube, dass ich schon ganz empathisch bin, aber ich habe die Grundhaltung, von jedem Menschen etwas lernen zu können und auch jedem Menschen – unabhängig von seinem sozialen Status – die gleiche Achtung entgegen zu bringen. Und vielleicht noch mehr Achtung gegenüber den Gruppen, die man schlechthin als Verlierer oder als Randgruppen bezeichnen würde. Irgendwie habe ich eine Sympathie für Verlierer, was ein gewisses soziales Interesse voraussetzt.

Sie wohnen nicht immer im Hotel, sondern oft auch in den Häusern der dort lebenden Menschen. So können Sie natürlich eine gewisse Distanz überwinden, um besser mit den Menschen in Kontakt zu treten.

Ja, einerseits, aber auch um den Menschen einfach emotional näher zu sein. Ich hätte den Humboldt-Weg auch mit dem Jeep abfahren können. Aber, wenn ich Fotos machen möchte, die etwas über Humboldt sagen, dann muss ich mich in die gleiche Lage begeben: Ich muss also einen schweren Rucksack tragen, ein Stativ… Und ich muss den Berg hoch und wieder runter und wieder hoch. Das war für mich sieben Monate körperlich sehr anstrengend. Aber diese Last lädt die Fotos mit etwas auf, das man nicht sehen kann, aber das man spürt. Und auch am Amazonas wohne ich nicht in einem Hotel in der Stadtmitte oder am Stadtrand, sondern in unmittelbarer Nähe der Porträtierten in einer Gegend, die manche vielleicht als Slum bezeichnen würden. Es ist heiß im Zimmer, da kann man oftmals nicht einschlafen und die hygienischen Bedingungen sind nicht so gut. Dort leben aber diese Frauen und sie sehen, dass ich auch für mich nur ihre Wirklichkeit beanspruche. Das schafft wahrscheinlich Akzeptanz.

War dieses Schaffen von Vertrauen bei den Menschen, die Sie für Ihr Projekt „Die Amazonen des Amazonas“ fotografiert haben, nicht noch schwieriger?

Es war natürlich schwieriger aufgrund der Situation in der sich diese Frauen befinden, gesellschaftlich diskriminiert und unsicher, was der Fotograf überhaupt will und mit den Fotos macht. Viele Transsexuelle arbeiten in Frisörsalons. Ich habe so viele Stunden, so viele Tage in Frisörsalons verbracht und habe immer wieder mit den Frauen geredet, immer wieder nachgefragt. Wenn irgendwann das erste Foto gemacht war und die Frau am nächsten Tag ihre Bilder geschenkt bekam, war dies der erste größere Durchbruch. Das hat sich schließlich herum gesprochen. Später habe ich auch mit verschiedenen Organisationen, die es mittlerweile vor Ort gibt, zusammen gearbeitet, so dass darüber Kontakte hergestellt wurden.

 

Wie ist die Idee entstanden, einer Bilderserie mit Transsexuellen zu machen?

Mich interessiert die Grenzüberschreitung. Und in diesem Fall hat mich interessiert: Wie leben Menschen in einem fremden Körper? Ich war unterwegs auf Humboldts Spuren im nordperuanischen Tiefland. In Chulucanas bin ich auf mehrere Transfrauen gestoßen. Und dann gab es eine Vision: Ich habe gesehen, dass sich die Frauen sehr intensiv schminken. Dadurch hat sich für mich das Gesicht eines Menschen in ein gemaltes Bild verwandelt. Aus fotografischer Sicht fand ich es sehr spannend, dass damit vielleicht leichte Grenzen zur Malerei zumindest partiell überschritten werden können. Die ersten Porträts, die ich gemacht habe, sahen anders aus. Bei den Projekten in Osteuropa habe ich immer ganzfigürlich fotografiert. Das wollte ich durchbrechen und habe mich dann dem Porträt oder dem Kniestück oder einer sitzenden Figur gewidmet, was diesem Projekt sehr gut tut.

Die Frauen haben sich für die Fotos schön gemacht. Für europäische Augen wirkt es fast zu viel.

Zum einen ist es dem geschuldet, dass sich Frauen in Südamerika deutlich anders schminken. Aber es gibt auch Vorstellungen von Diven aus dem Film, die in der Haltung gern nachgestellt werden. Und sie möchten natürlich auch, dass das Gesicht möglichst weiblich aussieht. Und da hilft die Schminke. Für den Europäer kann das schnell in eine Schublade geraten. Ich wollte jedoch vermeiden, dass die Nähe zum Sexgewerbe hergestellt wird. Deshalb habe ich die Frauen schließlich auch ganz anders porträtiert als auf den Fotografien, die ich für sie mit der Digitalkamera gemacht habe. Ich wollte, dass jede Frau ihre eigene Aura hat. Ich wollte in ihrem realem Umfeld einen Hintergrund schaffen, der sie auf eine ästhetische Weise überhöht und der es gar nicht zulässt - weil das Bild so schön ist - dass man abfällig über sie denkt oder auf sie schaut.

 

Verbinden die Frauen mit Ihrem Projekt auch Hoffnungen, dass für sie sich etwas ändern könnte?

Es gibt mittlerweile einige Organisationen in Südamerika, die sich für die Rechte Transsexueller einsetzen. Das hat das Selbstbewusstsein vor allem der jüngeren Generation deutlich geprägt und gestärkt. Den Organisationen, mit denen ich dort zusammen gearbeitet habe, habe ich grundsätzlich alle Fotos, die ich mit der Digitalkamera gemacht habe, gegeben. Damit sie für ihre Broschüren genug Bildmaterial haben. Ich glaube, diesen Organisationen ist bewusster, dass ein solches Projekt etwas bewirken kann, als der Frau von außerhalb, die sich freut, dass sie einige Fotos geschenkt bekommt. Denn selbst ein Foto zu haben, ist für sie etwas Kostbares. Sie wissen um ihre Vergänglichkeit

Die Frauen haben Lebensläufe, die Sie sehr berührt haben. Welche Erfahrungen müssen transsexuelle Menschen in Südamerika machen? Wie sieht ihr Leben aus?

Die Frauen halten sich vor allem in sozial schwachen Vierteln auf. Einige arbeiten in Küchen und Friseursalons und verdienen dort ein bisschen Geld. Das ist die optimale Variante. Viele Frauen streben an, einen eigenen Frisörsalon zu besitzen. Und da geht dann auch die ganze Bevölkerung hin, das ist kein Problem. Dort sind die Frauen akzeptiert, aber sobald sie auf der Straße sind, wird es schwierig. In die meisten Diskotheken dürfen sie zum Beispiel nicht rein.

Ist die Diskriminierung der Frauen alltäglich?

Ja, ich habe eine Frau fotografiert, und plötzlich flogen aus einem vorbeifahrenden Mototaxi Tomaten. Daraus ist fast eine Prügelei entstanden. Die Frauen sind schlicht rechtelos, sie werden nicht geschützt. Ein Beispiel: Eine Frau, die wegen einer Verletzung im Krankenhaus untersucht werden wollte, wurde vom Chefarzt wieder weggeschickt. Sie sollte in Männerkleidung wieder kommen. Die Organisationen vor Ort haben wochenlang vor dem Krankenhaus demonstriert, so dass sich der Arzt schließlich öffentlich entschuldigen musste. Das ist natürlich ein Riesenerfolg!

 

Haben die Frauen die Orte, an denen sie fotografiert wurden, selbst ausgewählt?

Nein, die habe ich ausgesucht. Ich habe vorher verschiedene Orte fotografiert, um für die jeweilige Person und ihre Kleidung einen entsprechenden Hintergrund in petto zu haben. Viele wollen sich nicht dort fotografieren lassen, wo sie wohnen. Aus Angst vor den Nachbarn. Die meisten wurden von den Eltern hinausgeworfen, weil sonst die gesamte Familie diskriminiert wird.

Wie lange waren Sie für das Projekt unterwegs?

Etwas mehr als sechs Monate. Es waren zwei Reisen in zwei Wintern.

Wie finanzieren Sie eine solche Reise?

Ich hatte das erste InterStip vom brandenburgischen Kulturministerium bekommen. Und ansonsten ist es nicht so teuer, wenn man spartanisch lebt. Wenn ich für drei oder vier Dollar ein Zimmer habe und auf den Märkten für 1,50 Dollar esse, dann kommen in drei Monaten keine hohen Kosten zusammen. Das Flugticket kaufe ich ziemlich zeitig und damit günstig. Insgesamt gebe ich 250 bis 300 Euro im Monat vor Ort aus. Das sind die Kosten für die Heizung im Winter, die ich abstellen kann (lacht).

Alle meine Projekte sind in gewisser Weise so ausgewählt, obwohl es nicht vordergründig war, dass ich in Länder gereist bin, wo der Euro mehr wert ist. Ich könnte es mir beispielsweise nicht leisten, ein Projekt in Frankreich zu realisieren. Eine Förderung reicht natürlich nie aus. Ich investiere in die Projekte immer alles.

Die Porträts der Amazonen wollen Sie jetzt in einem Buch veröffentlichen, das über Crowdfunding finanziert werden soll. Wieso haben Sie sich für diese Finanzierungsform entschieden?

Das, was das Crowdfunding ausmacht, ist das gemeinschaftliche Realisieren eines Projekts. Das fängt schon damit an, dass ich bereits Helfer bei der Erstellung der Kampagne habe. Das hat mir auch Mut gemacht, eine solche Kampagne zu beginnen.

Durch das Buch werden die Frauen erst einmal gesehen, was für sie selbst unvorstellbar ist. Die Bücher können ihnen helfen auf dem Weg zur gesellschaftlichen Akzeptanz. Deshalb ist es für mich wichtig, dass sich viele an dem Projekt beteiligen, denn es geht hier auch um Toleranz und eine Welt der Vielfalt. Jede dieser Frauen auf den Bildern, die eine gewisse Melancholie aber auch etwas sehr Würdevolles haben, ist eine Botschafterin für genau eine solche Welt.

 

Das Buch werden Sie dann auch mit an den Amazonas nehmen?

Die Kampagne ist so berechnet, dass ich dort 50 Bücher an eine regionale Organisation übergeben kann.

Wieviel Geld muss beim Crowdfunding zusammen kommen?

Das Geld wird für die Druck- und Bindekosten eingesetzt. Die Auflage soll bei mindestens 500 Büchern liegen. Deshalb müssen knapp 9000 Euro zusammen kommen, davon knapp elf Prozent für die Crowdfunding-Plattform, und die Gegennleistungen müssen auch finanziert werden. Für Grafik und Lithografie gibt es eine Zusage der LAND BRANDENBURG LOTTO GmbH.

Im Moment sehe ich das Buch im Selbstverlag, denn mit der Qualität, in der ich dieses Buch gern ausstatten würde, ist es schwierig einen Verlag zu finden, weil der Druckkostenzuschuss, den die Verlage benötigen, um relativ risikofrei arbeiten zu können, weitaus höher ist. Ich verzichte dann natürlich auf den Vertrieb eines Verlages, aber hoffe, dass durch die Crowdfunding-Kampagne etwas Gleiches passiert – nämlich eine große Streuung. Sollte die Kampagne sensationell gut laufen, also der Zielbetrag deutlich überschritten werden, dann gibt es die Option, das Buch im Hatje Cantz Verlag zu veröffentlichen.

Was können die Unterstützer als Dankeschön erhalten?

Es gibt eine große Palette: zum Beispiel ein Stillleben-Motiv als Postkarte im A5-Format, ein Postkartenset, natürlich das Buch selbst, ein abgedruckter persönlicher Dank im Buch, Poster, eine Portfolio-Sichtung, eine Sonderauflage des Buches und auch ein gerahmtes Ausstellungsbild. Außerdem haben Unterstützer auch die Möglichkeit, eine ganze Seite in meinem Buch für eine bestimmten Anzahl Bücher selbst zu gestalten.

Wann reisen Sie wieder nach Südamerika?

Vom 17. Februar bis zum 18. März. Dort möchte ich dann die Interviews mit den Frauen aufzeichnen, die auch im Buch veröffentlicht werden. Ich werde sicherlich auch noch porträtieren und Stillleben fotografieren. Aus meiner Arbeit vor Ort werde ich regelmäßig Informationen hierher schicken - ob das mit einer Actionkamera auf dem Kopf ist oder Vorabdrucke der Interviews oder einfach Fotos von meiner Arbeit. So gibt es einige Einblicke in den Schaffensprozess.

Ist das Projekt mit dem Erscheinen des Buchs für Sie beendet?

Ja. Es ist ein Phänomen: Wenn ich das erste Mal mit einem Projekt an die Öffentlichkeit gehe, sei es durch eine große Ausstellung oder ein Buch, dann nimmt diese Veröffentlichung so viel Energie, dass ich es nicht mehr schaffe, an dem Projekt weiterzuarbeiten. Ich habe jetzt mit den Porträts gesagt, was es für mich zu sagen gibt. Interessant wären noch ein paar Stillleben. Aber vor allem sind jetzt die Interviews der letzte Teil des Projekts.

 

Und wie geht es nach zehn Jahren Südamerika weiter?

China ist gerade in den Fokus geraten. Da gibt es ein paar Ideen. Eine habe ich sogar bereits begonnen. Es ist ein Projekt, das in Bolivien und in China spielt. Und zwar in der bolivianischen Salzwüste, in der 75 Prozent der bekannten Lithium-Vorkommen der Welt lagern, das extrem wichtig für Computertechnologien ist. Die Chinesen explorieren im Salar de Uyuni. Und plötzlich gibt es ganz neue ökonomische Verbindungen - zwischen West und Ost. Ich war einige Monate im Salar de Uyuni und habe diese fast biblische Landschaft fotografiert. Es ist eine der ärmsten Gegenden der Welt, weil sie so rudimentär oder elementar geformt ist. Man kann also die vier Elemente fotografieren. Es ist ein kaum besiedeltes Gebiet. Es gibt es sehr viele Vulkane. Und diese Salzpfanne ist gigantisch: 12.000 Quadratkilometer. Wenn ein bisschen Wasser darauf steht, spiegeln sich die Wolken, also kann man sogar Luft fotografieren. Es ist eine völlig surreale Gegend.

Diesen Teil habe ich in Bolivien abgearbeitet - und jetzt brauche ich eigentlich nur noch einen Gegenpart in Chinas Megacities, die Superlativen unser Zivilisation im modernen Städtebau. Für mein Projekt ist es das fünfte Element. Die Urelemente sind kanalisiert und adaptiert in eine zweckgebundene Kopie von Natur. Die Bildstrecken aus Bolivien und China kontrastieren die Pole dieser Welt in Raum und Zeit; eine der ärmsten Regionen mit hypermodernen Großstadtensembles und als Methapher den Entstehungszustand der Welt mit einer real gewordenen aber ungelösten Zukunftsvision menschlichen Daseins.

Frank Gaudlitz (geboren 1958 in Vetschau) studierte Fotografie bei Arno Fischer an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig und wurde mit seinen Projekten „Warten auf Europa“ und „Casa Mare“ überregional bekannt. Für diese Arbeiten war er überwiegend in Süd- und Osteuropa unterwegs. Auf den Spuren Humboldts in Südamerika entstand die fotografische Reisedokumentation „Sonnenstraße“.

Weitere Informationen:
www.frank-gaudlitz.de
www.visionbakery.com/gaudlitz-amazonen

Fotos: Frank Gaudlitz

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