Games & Software

Die Games- und Software-Branche ist die nach Beschäftigten und Umsatz stärkste Branche der Kreativwirtschaft – und die am schnellsten wachsende. Der Umsatz stieg in der Region Berlin-Brandenburg von knapp 2  Milliarden Euro in Jahr 2009 auf etwa 3,29 Milliarden Euro 2013. Mehr als 57 500 Menschen arbeiteten 2014 in dieser Branche – etwa 53 Prozent davon als Selbständige.  

Rund 1.500 Unternehmen sind in Berlin und Brandenburg auf die Entwicklung, das Verlegen, die Distribution, Vermarktung und Werbung von Videospielen spezialisiert. Die Schwerpunkte der Software- und Gamesindustrie liegen in den Bereichen IT-Sicherheit, mobile Anwendungen, eGovernment und Geoinformation. Zu den dynamischsten Standorten der Software und IT-Branche gehört Potsdam mit mehr als 800 Unternehmen und über 6000 Beschäftigten. Mit SAP und Oracle haben zwei der vier weltweit umsatzstärksten Softwareunternehmen Standorte in der märkischen Landeshauptstadt. 

Einer der großen Vorreiter in der Ausbildung von IT-Spezialisten ist das an der Universität Potsdam  angesiedelte Hasso-Plattner-Institut für Softwaresystemtechnik, an dem auch geforscht wird. An der integrierten School of Design Thinking wird in einem Zusatzstudiengang vermittelt, wie in multidisziplinären Teams benutzerfreundliche, IT-nahe Produkte und Dienstleistungen entstehen können. Dieses Spektrum wird durch viele weitere Angebote ergänzt und bereichert, etwa durch den Studiengang Interface Design an der Fachhochschule Potsdam.

Kaum eine andere Region in Europa weist ein so umfassendes Bildungsangebot für die Games-Industrie auf, wie Berlin-Brandenburg. In Berlin können Studiengänge mit Games-Fokus an staatlichen Bildungseinrichtungen, wie der Hochschule für Technik und Wirtschaft und der Universität der Künste belegt werden, in Potsdam werden an der Filmuniversität Babelsberg Animation, Sound und Digitale Medienkultur gelehrt. Die Technische Hochschule Brandenburg in der Stadt Brandenburg an der Havel setzt Studienschwerpunkte in Cloud Computing, künstlicher Intelligenz und Medizininformatik. Und auch die Brandenburgische Technische Universität Cottbus-Senftenberg bildet Informatiker aus.

Als erste interdisziplinäre Einrichtung ihrer Art in Deutschland widmet sich das an der Universität Potsdam angesiedelte Forschungsnetzwerk Digarec verschiedenen Aspekten der wissenschaftlichen Untersuchung von Computerspielen. Das Zentrum für Computerspielforschung entstand 2008 im Rahmen des von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderten Projektes „Medialität des Computerspiels“.  Digarec bündelt das Wissen und die Ressourcen seiner Mitglieder aus verschiedenen Fachbereichen von Hochschulen in Potsdam und Berlin und ermöglicht  Synergieeffekte in der Erforschung von Computerspielen.

Impulse für die Games-Industrie verspricht die in Berlin entstehende weltweit größte Sammlung von Computerspielen, die mehr als 50 000 Titel umfassen wird. Dazu sollen die Bestände des Berliner Computerspielemuseums, der Zentral- und Landesbibliothek Berlin, der Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle und des Zentrums für Computerspieleforschung der Universität Potsdam zusammengeführt werden. Noch in diesem Jahr soll eine gemeinsame Datenbank entstehen, der die Zusammenlegung der Spiele an einem Standort zur öffentlichen Nutzung folgen soll. Das Leitbild für die Sammlung entwickelte das Medienboard Berlin-Brandenburg

Zudem gibt es zahlreiche Initiativen, die den Markt beleben. So hat es sich etwa das Netzwerk games:net berlinbrandenburg zur Aufgabe gemacht, die Games-Branche der Hauptstadtregion besser mit Politik und Wirtschaft zu verknüpfen.

 

Quellen:
- Amt für Statistik Berlin-Brandenburg sowie Bundesagentur für Arbeit
- Fakten und Informationen zum IKT-Standort Potsdam und zur IKT-Region Berlin-Brandenburg, unter
https://www.potsdam.de/sites/default/files/documents/ikt_sb_2015_01.pdf
- Kultur- und Kreativwirtschaftsindex Berlin-Brandenburg 2015.
- www.medienboard.de

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