Bildende Kunst
Bildende Kunst

Brandenburg ist als Kulturland weit über seine Landesgrenzen hinaus bekannt. Die preußischen Schlösser und Gärten sind touristische Attraktionen, die jährlich Hunderttausende Besucher anlocken. Das kulturelle Spektrum der Mark ist breit gefächert und spiegelt neben einer ereignisreichen Geschichte die lebendige Gegenwart wider. Den besonderen Reiz machen die vielen kleinen und über das ganze Land verstreuten Kulturstätten und -projekte aus, von Museen, Galerien,  Kunstausstellungen, Workshops, Symposien, bis hin zu einer Vielzahl an Werkstätten und Märkten des Kunsthandwerks.

Der märkische Kunstmarkt gehört mit Galerien, Kunsthandel, Auktionshäusern und Museumsshops zu den kleineren der elf Teilmärkte der Kreativwirtschaft. Die amtliche Brandenburger Statistik weist in diesen Marktsegment für 2015 knapp 290 Steuerpflichtige aus, davon 170 selbständige bildende Künstler. Der Umsatz lag bei rund 20 Millionen Euro, davon entfielen allein 14,5 Millionen Euro auf Maler, Grafiker, Bildhauer und andere bildende Künstler.

In Brandenburg gibt es kaum einen Ort ohne Museum. Das Angebot reicht vom Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte in Potsdam und dem Museumsdorf Glashütte im Fläming bis hin zu einer Vielzahl von kleinen Dorf- und Heimatmuseen, Kunst-, Natur- und technischen Museen, Schloss- und Burgmuseen sowie Gedenkstätten. Rund 3,8 Millionen Besucher zählten die knapp 400 brandenburgischen Museen und museumsähnlichen Einrichtungen im vergangenen Jahr. Mit einem deutlichen Besucherzuwachs wird für dieses Jahr gerechnet – durch das im Januar 2017 eröffnete Museum Barberini in Potsdams Mitte. Die Eröffnungsausstellungen „Klassiker der Moderne“ und „Impressionismus. Die Kunst der Landschaft“ sahen in den 100 Tagen bereits rund 250 000 Menschen. 

Als Dachmarke für die kulturelle Vielfalt der Mark versteht sich „Kulturland Brandenburg“. Unter dem Motto „Brandenburg neu entdecken. Mit uns!“ konzipiert und organisiert das von der Brandenburgischen Gesellschaft für Kultur und Geschichte organisierte Netzwerk Projekte mit einem jährlich wechselnden Thema. Das Themenjahr 2017 befasst sich mit dem 500jährigen Reformationsjubiläum. Im kommenden Jahr steht die europäische Kultur in Brandenburg im Mittelpunkt, das darauf folgende Thema widmet sich dem 200. Geburtstag Theodor Fontanes.

Die kulturellen Akteure im Land können über eine zentrale Plattform des Kulturlands Brandenburg in fachlichen Austausch treten und sich regional und thematisch vernetzen. Dabei setzt das Kulturland Schnittstellen sowohl zwischen den Brandenburger Akteuren, als auch zwischen Aktivitäten des Landes mit Projekten und Einrichtungen anderer Bundesländer, aber auch im internationalen Kontext.

Neben tradierten Kunstformen gehören auch avantgardistische und experimentelle Projekte zur märkischen Kunstszene. Der einmal im Jahr organisierte landesweite „Tag des Offenen Ateliers“ und die im zweijährigen Turnus veranstaltete Produzentenmesse „Art Brandenburg“ gelten als kreative Werkstätten und Foren für Kunst, Künstler und Kunstfreunde.

Bei den Offenen Ateliers laden brandenburgische Künstler und Galeristen im ganzen Land einmal im Jahr ein Wochenende lang Besucher in ihre Werkstätten ein. Dabei  lassen sie sich bei der Arbeit über die Schulter schauen und kommen mit ihren Gästen ins Gespräch. Die Besucher erhalten somit einen authentischen Einblick ins traditionelle Kunsthandwerk und den Alltag bildender Künstler. Häufig können sie von den Akteuren Arbeiten erwerben oder in deren Ateliers selbst künstlerisch tätig werden.

Die 2005 gestartete Kunstmesse Art Brandenburg ist die größte ihrer Art im Land und bietet einen Überblick über die aktuellen Positionen und Tendenzen der märkischen Kunstlandschaft. Drei Tage lang präsentieren die Künstler ihre Werke zum Verkauf.

Die vom Brandenburgischen Verband Bildender Künstlerinnen und Künstler organisierte Schau wird vom Wirtschafts- und vom Kulturministerium als Schirmherren gefördert. Alle Teilnehmer arbeiten mit Schwerpunkt in Brandenburg.

Netzwerke von Künstlern, Museen, Hochschulen und Wirtschaft helfen, überregionale Kunstaktionen ins Leben zu rufen. Dazu gehört die 1994 erstmals präsentierte Ausstellung  „Rohkunstbau“, die mittlerweile als erfolgreiche Schau zeitgenössischer Kunst und Kultur gilt. Die Ausstellungsreihe hat sich aber auch zum Ziel gesetzt, fast vergessene Kulturstätten in ländlichen Regionen der Mark wieder zu entdecken und neu zu beleben. Seit 2013 ist die Ausstellung im barocken Kulturschloss Roskow zwischen Potsdam und Brandenburg an der Havel beheimatet.

 

Quellen:
- Amt für Statistik Berlin-Brandenburg
- Brandenburgische Gesellschaft für Kultur und Geschichte
- Pressemitteilung des Museums Barberini vom 5.5.2017

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