Architektur
Baukultur

Mittelalterliche Stadtkerne, Schlösser und Gärten, moderne Wohnsiedlungen und DDR-Bauten  – Brandenburgs Architekturlandschaft ist vielseitig. Auch die Nähe zu Berlin prägt das Bild, am stärksten im „Speckgürtel“ um die Metropole, wo am meisten gebaut wird. Nach Jahren der Stagnation nimmt die Einwohnerzahl Brandenburgs seit 2014 wieder zu – vor allem durch Zuzüge. Mit den neuen Brandenburgern wächst der Wunsch nach Bauland, Kindertagesstätten, Straßen und öffentlichen Verkehrsverbindungen. Aber auch die berlinfernen Regionen verändern ihr Aussehen.

Brandenburg blickt zudem auf eine reichhaltige baukulturelle Geschichte. Bedeutende Architekten und Baumeister wie Georg Wenzeslaus von Knobelsdorff, Karl Friedrich Schinkel, Erich Mendelsohn, Bruno Taut oder die Gartenkünstler Peter Josef Lenné und Fürst Pückler haben die Bau- und Gartenkultur des Landes geprägt. Zeugnisse der Architektur- und Gartenkunst sind die zahlreichen preußischen Schlösser, Herrenhäuser und Parkanlagen.

Der Architekturmarkt gehört hinsichtlich Beschäftigung und Umsatz zu dem am stärksten wachsenden Teil der Brandenburger Kreativwirtschaft. Ende 2015 gab es in der Mark 715 Büros von Hochbauarchitekten, Innenarchitekten, Landschaftsarchitekten, Stadtplanern und selbständigen Restauratoren. Das waren 52 mehr als Ende 2010. Die Branche steigerte den Umsatz in dieser Zeit um fast 22 Prozent auf rund 117 Millionen Euro.

Architekten unterscheiden sich stark vom Rest der Kreativwirtschaft: Ihre Berufsbezeichnung ist gesetzlich geschützt, ihr Berufsfeld stark von amtlichen Normen reglementiert. Zudem sind sie zu einer regelmäßigen Fortbildung verpflichtet. Brandenburger Architekten stehen etwa bei Ausschreibungen öffentlicher Planungsleistungen in einem scharfen Wettbewerb mit ihren rund 8000 Berufskollegen aus Berlin.

Viele Architekten widmen sich ausschließlich der Denkmalpflege. Architektenkammer, Ingenieurkammer und Infrastrukturministerium verleihen alle zwei Jahre einen Baukulturpreis. Er würdigt außergewöhnliche Architektur- und Ingenieurleistungen bei Neubauten, Sanierungen, Freianlagen und Innenräumen in Städten und Dörfern Brandenburgs. 

Seit vielen Jahren bemüht sich die Architektenkammer mit einer Arbeitsgruppe architektonisch bedeutsame Themen in die Schulen zu bringen. Sie entwickelte dazu Informationen für Lehrer und bietet Unterstützung bei Fragen der Architekturvermittlung an. Darauf aufbauend entstand das Projekt „Die Stadtentdecker“, das Kinder und Jugendliche einlädt, eine eigene Wahrnehmung ihrer gebauten Umwelt zu entwickeln.

Zu den herausragenden Zielen, die sich die Kammer gesetzt hat, gehört die Stärkung ländlicher Räume. Unter dem Motto „Stadt-Land gestalten. Mach mit!“ suchen Architekten mit den Einwohnern nach neuen Wegen zur Verbesserung der Lebensqualität in den ländlich geprägten Regionen. Mit dem Projekt will die Kammer auf veränderte Lebensweisen, Bevölkerungsverluste bei gleichzeitiger Integration von Zuwanderern sowie Klimawandel und Energiewende reagieren.

In Brandenburg bieten die Brandenburgische Technische Universität Cottbus-Senftenberg (BTU) und die Fachhochschule Potsdam Architektur-Studiengänge an. Schwerpunkte des Master- und Bachelor-Studiums an der BTU ist Architektur, in Potsdam liegt die Hauptorientierung des Master-Studiengangs auf Architektur und Städtebau, das Bachelor-Studien ist um den Schwerpunkt Stadtplanung erweitert.

 

Quellen:
- Brandenburgische Architektenkammer
- Amt für Statistik Berlin-Brandenburg
- Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg
- www.studieren-in-brandenburg.de

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