Kreatives Brandenburg

Fragen an Kreative – Aus der Praxis für die Praxis

Fragen an Kreative – Aus der Praxis für die Praxis

Ilka Raupach (www.ilkaraupach.de) ist seit 2005 freischaffende Bildhauerin. Nach einer Ausbildung zur Elfenbeinschnitzerin studiert sie Freie Bildhauerei an der Kunsthochschule Burg Giebichenstein Halle. In ihren Arbeiten erforscht sie im weitesten Sinne Räume und ihre Qualitäten – vom Körper (oft dem eigenen) bis zu Naturphänomenen. So unterschiedliche Materialien wie Holz, Kupfer, Stahl, Bernstein, Glas, Papier, aber auch Vergängliches wie Stroh, Eis und Schnee dienen ihr als Ausgangsmaterialien.

Ausgestellt und gearbeitet hat sie weltweit, als nächstes kann man ihre Arbeiten ab dem 27. September in Prenzlau beim Uckermärkischen Kunstpreis 2018 entdecken.

Parallel zu ihrer eigenen Arbeit lehrt sie seit 2009 am Institut für Architekturbezogene Kunst der TU Braunschweig.

Sie lebt mit ihrer Familie in Caputh.

Gab es eine bewusste Entscheidung, nicht durch eine Galerie vertreten zu werden?

Nein, es hat sich in den letzten Jahren einfach nicht ergeben. Aber es wäre jetzt an der Zeit, jemanden zu finden, dessen Job es ist, sich auf den Markt zu konzentrieren, damit ich mehr Raum für meine Arbeiten habe. Aber auch in den Entscheidungen unterstützt zu werden, z.B. für welche Wettbewerbe ich mich bewerbe – also das Unwichtige vom Wichtigen zu trennen.

Was lieben Sie an der Selbstständigkeit?

Die Themen bearbeiten zu können, die sich mir im Laufe meines Lebens stellen.

Was ist für Sie die größte Herausforderung der Selbstständigkeit?

Die Balance zwischen Arbeit für andere, Arbeit für mich und meiner Familie, den Kindern zu finden, ohne den Faden zu verlieren oder nichts ‚richtig‘ zu machen.

Was reizt Sie am Unterrichten?

Der Austausch mit den Studierenden, besonders in der Architektur. Ihnen – die ja unsere zukünftigen Lebensräume bauen – den Kopf für andere Themen als Struktur und kühle Ästhetik zu öffnen.
Wie weit im Voraus können Sie in der Regel planen?
Ich plane in der Regel ein Jahr im Voraus. Oft ergeben sich aber auch Gelegenheiten kurzfristig und die passen dann noch rein oder auch nicht.

Wie finden Sie Förderungen / Ausschreibungen?

Über www.bbk-brandenburg.de, Kunstzeitschriften wie „Atelier“ und „Kunstforum“, www.sculpture-network.org, aber auch weitergeleitete Informationen von Kollegen auf Facebook.

Was war der Höhepunkt Ihrer bisherigen Laufbahn?

Durch und mit meiner Arbeit komme ich an Orte und treffe Menschen, die sich sonst so nicht für mich erschlossen hätten. Durch die gemeinsame Arbeit bin ich ganz anders integriert, als wenn ich nur zu Besuch wäre.

So war ich im Oktober 2014 im Rahmen des „The Arctic Circle“ Programms mit einem Reisestipendium des Landes Brandenburg zwei Wochen mit 26 Künstlern, Wissenschaftlern und Architekten aus aller Welt mit einem eissicheren Segelschiff zu einer Expedition in der Arktis unterwegs. Es war sehr inspirierend, so hautnah und in mitten dieser umwerfenden Natur mitzuerleben, wie die Kolleginnen arbeiten. Diese Expedition ermöglichte einen einzigartigen internationalen Austausch und eine intensive interdisziplinäre Zusammenarbeit.

Wenn Sie nochmal ganz am Anfang stehen würden,  was würden Sie, anders machen?

Ich würde versuchen, mich viel konzentrierter zu professionalisieren. Z.B. durch ein so umfassendes einjähriges Programm wie www.goldrausch-kuenstlerinnen.de . So was fehlt noch in Brandenburg!

Wenn Sie einen Wunsch frei hätten, was würden Sie sich wünschen?

Mehr Dialog! Dass wir Künstler mehr in andere Prozesse des öffentlichen Lebens einbezogen werden. Gerade die Qualität, nicht unbedingt gradlinig zu denken, könnte bei den Herausforderungen, der sich Politiker, Verwaltungen, die Industrie, die Gesellschaft an sich stellen muss, wichtige Impulse geben. Wir (Künstler) sind größtenteils auf vielen Ebenen so hervorragend ausgebildet und arbeiten dann in unserem Eckchen. Dieses Potential könnte viel mehr von allen genutzt werden.

Computer oder Handzeichnung?

Für meine künstlerische Arbeit ganz klar die Skizze per Hand. Die Sinnlichkeit des Objekts kann im Computer nicht dargestellt werden. Für Bewerbungen etc. natürlich der Computer.
 

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