Agentur für Kultur und Kreativwirtschaft

Kreativwirtschaft baut virtuelle Welten.

Kreativwirtschaft baut virtuelle Welten.

Verein sieht sich als Teil eines „Babelsberg Valleys“ für Medientechnologien. 
Augmented Reality (AR) und Virtual Reality (VR) sind Zukunftstechnologien, an denen die großen Medien-, Internet- und Elektronikkonzerne mit Hochdruck arbeiten. Eine im Mai 2017 veröffentlichte Studie des Forschungsunternehmens Ecory prognostiziert bis 2020 einen Produktionswert von VR und AR in Europa zwischen 15 und 34 Milliarden Euro und bis zu 480 000 neue Arbeitsplätze. Über Perspektiven dieser neuen immersiven Medientechnologien sprachen wir mit Elle Langer vom Vorstand des 2016 gegründeten Vereins Virtual Reality Berlin-Brandenburg (VRBB). Am Ende des Artikels gibt es hilfreiche Informationen zur Gründung eines GRW-Netzwerkes.   

Die großen Player der Medienbranche treiben AR/VR-Anwendungen voran. Wozu noch ein Verein?
Damit sich Augmented, Mixed und Virtual Reality etablieren können, braucht es wirtschaftliche Rahmenbedingungen, technische Standards und Experten, die sich mit immersiven Medien gut auskennen. Der VRBB ist ein Unternehmensnetzwerk aus AR/VR- Experten und hilft seinen Mitgliedern zu wachsen. Die Mitglieder tauschen sich unter einander über ihre Erfahrungen aus, entwickeln gemeinsam Projekte und erhalten Zugang zu AR/VR-Events und zu neuen Branchen in Deutschland und anderen Ländern. Mit der VRNowCon hat der VRBB 2016 eine internationale VR/AR-Konferenz in Potsdam etabliert. Jedes Jahr werden hier die VRNowCon-Awards vergeben, eine internationale Auszeichnung für VR- und AR-Projekte. Dieses Jahr findet die VRNowCon wieder Mitte November statt. 

Wer sind die VRBB-Mitglieder? 
Unsere 50 Mitglieder kommen aus unterschiedlichen Branchen. Das sind etablierte Kreativunternehmen wie UFA, Studio Babelsberg, INVR und Slice Studio, Endemol Shine Beyond, Miriquidifilms, i-mmersive, Anotherworld, You-VR, Digitalagenturen wie Exozet, Forschungsinstitutionen wie das Fraunhofer HHI, die Filmuniversität Konrad Wolff, Fachhochschule Brandenburg, Uni Potsdam und die D-School des Hasso-Plattner-Instituts. Aber auch VR/AR-Strategie- und Content-Developer wie die Agentur pimento-formate. Die Telekom, Microsoft und der RBB sind auch dabei. 
Darunter sind hochprofitable Unternehmen. Dennoch erhält der Verein  Zuschüsse aus der EU-Gemeinschaftsaufgabe zur Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur.
Augmented, Mixed und Virtual Reality sind neuartige Medientechnologien. Meiner Meinung nach sind sie das nächste Level der Digitalisierung. Und sie haben enormes Potential, auch für die märkische Kreativwirtschaft. Das Wirtschaftsministerium Brandenburg hat dies erkannt. Trotzdem brauchen auch diese Innovationen einen geschützten Raum und finanzielle Rahmenbedingungen. Der VRBB sorgt daher für einen internen Wissenstransfer und für eine externe Präsentation der Mitglieder. Diese Arbeit muss aufgebaut und finanziert werden.
 
Der Verein setzt sich für ein AR/VR-Innovationszentrum ein. Mit welchem Ziel?
Innovationen sind riskant und kostspielig, insbesondere neue Medientechnologien. Unternehmen und Startups brauchen Rahmenbedingungen, in denen sie risikoarm zusammenarbeiten können. Das Innovationszentrum soll möglichst am Standort Potsdam- Babelsberg angesiedelt werden, wo es in enger Kooperation mit den Akteuren des Media Tech Hub zusammenarbeitet. Hier werden künftig AR- und VR-Technologien, Standards und vor allem neuartige Produktentwicklungen beschleunigt. Daran arbeitet der VRBB am Standort Babelsberg. Die Idee ist ein „Babelsberg Valley“ für immersive und künftige Medientechnologien.

Wo steht die Region Berlin-Brandenburg im internationalen Vergleich?
Wir sind in der Hauptstadtregion gut aufgestellt. Hier sind bereits an die 100 Akteure mit AR/VR-Projekten beschäftigt und es werden ständig mehr. Im europäischen Vergleich liegt Berlin-Brandenburg in AR/VR-Aktivitäten weit vorn. 
Elle Langer berät und entwickelt mit ihrer Agentur pimento formate Medien- und Kommunikationsprojekte für Unternehmen, Medien und NGOs. Als CEO der pimento medienproduktions GmbH hat sie zuvor nationale und internationale Nonfiktion-Formate und Imagefilme produziert. Einige Produktionen wurden ausgezeichnet. Sie ist Intensivcoach der Kreativagentur Brandenburg. 

GRW-Förderung der wirtschaftsnahen kommunalen Infrastruktur.
Zielgruppen des EU-Programms Gemeinschaftsaufgabe zur Förderung der regionalen Wirtschaftsstruktur (GRW) sind Kommunen, öffentliche Einrichtungen, Vereine, Verbände und Organisationen. Der Verein Virtual Reality Berlin Brandenburg (VRBB) erhält als Kooperationsnetzwerk einen Sachkostenzuschuss. Gefördert werden nur förderfähige Ausgaben von mindestens 50.000 Euro. Der Höchstsatz der Förderung beträgt 90 Prozent, der Basisfördersatz 60 Prozent. 
Die Förderanträge sind bei der Investitionsbank des Landes Brandenburg (ILB) zu stellen. Antragsformulare sind auf der ILB-Internetseite erhältlich. Alternativ kann die Förderung auch über das ILB-Kundenportal beantragt werden. Das Vorhaben muss innerhalb von sechs Monaten nach Eingang des Bewilligungsbescheids beginnen. Gefördert wird über maximal 36 Monate.  Die ILB kann kein Vorhaben fördern, dass vor Antragstellung begonnen wurde. 

Bild: Elle Langer

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