Kreatives Brandenburg

Mit der Smartphone-App geheimnisvolle Orte entdecken

Mit der Smartphone-App geheimnisvolle Orte entdecken

Noch befinden sich in dem kleinen Büroraum im Potsdamer Stadtteil Bornstedt nur ein Arbeitstisch, zwei Sessel, ein Telefon und ein Internetanschluss. „Möbel haben wir uns schon angesehen, aber noch nicht bestellt – dazu fehlte uns bislang die Zeit“, sagt Nele Diekmann, die mit Ihrem Partner, Marcel vom Lehn, seit Juli von ihrem neuen Potsdamer Standort aus die im Mai 2017 gegründete Agentur für Geschichte und Stadtmarketing „HistoriCity“ betreibt. Der Zeitdruck wird vorerst wohl nicht nachlassen. Mitte Oktober bekamen die Firmengründer einen Großauftrag der Tourismus- und Kongressgesellschaft Visit Berlin für Texte zu wichtigen Sehenswürdigkeiten der Bundeshauptstadt.

Doch nicht nur dieser Auftrag wird den beiden Jungunternehmern in den nächsten Monaten wenig Zeit lassen, ihr neues Domizil – nur wenige Kilometer entfernt vom bisherigen Standort – einzurichten. Die unter dem Label  „culture maps“ im Juli 2017 gemeinsam gestartete Geschäftsidee für eine Online-Plattform, die Touristen helfen soll, interessante und bislang wenig bekannte Sehenswürdigkeiten in Städten und Gemeinden zu entdecken, müsse weiterentwickelt werden, sagt Diekmann, die in Heidelberg, Cambridge und Berlin Altorientalistik und Religionswissenschaften studiert hat und über Keilschriftentzifferung im 19. Jahrhundert promovierte.

Trainingsprogramm am Founder Institut in Berlin 

„Um mit unseren Projekten besser voranzukommen, nehme ich ab Januar für zehn Wochen an einem Trainingsprogramm des Founder Instituts in Berlin für Gründer aus dem Technologiebereich teil“, kündigt die 35-Jährige an. Mit  ihrem fünf Jahre älteren Partner, der Geschichte, Philosophie und Volkswirtschaftslehre studiert hat und als freier Historiker arbeitet, hofft sie, neue Kunden und Investoren zu gewinnen.

Die Idee für „culture maps“ kam den beiden Unternehmern nach ersten Erfahrungen mit ihrer Agentur „HistoriCity“, deren Gründung ein Coaching bei der Wirtschaftsförderung Brandenburg vorausgegangen war. Im Auftrag der Arbeitsgemeinschaft Städte mit historischen Stadtkernen des Landes Brandenburg hatten sie für Altlandsberg, Wusterhausen/Dosse, Jüterbog und Luckau kostenfreie Audioguides entwickelt, deren Apps per Smartphone von der Plattform Hearonymus heruntergeladen werden können.

Darüber hinaus konzipierten sie für die IG Metall Hannover sowie für eine  Zündholzfabrik in Hitdorf bei Leverkusen Geschichtsausstellungen. Für die  Stadt Herrenberg bei Stuttgart arbeiteten sie die Nazizeit ebenfalls in einer Ausstellung auf. Zwei weitere Präsentationen in Wustermark/Dosse und Dahme/Mark widmeten sich der Reformation, die sich im vergangenen Jahr zum 500. Mal jährte.

Unterstützt werden die beiden Firmengründer vom Software-Entwickler Martin Adam, der mit seiner in Blankenfelde-Mahlow beheimateten Firma „Menschortweb“ Augmented-Reality-Anwendungen konzipiert und Städte sowie Kultureinrichtungen bei der Umsetzung von App-Projekten berät.     

Geschäftsmodell bei Businessplan-Wettbewerb Berlin-Brandenburg ausgezeichnet 

Für das Geschäftsmodell von „culture maps“, mit dem Städten und Gemeinden geholfen werden sollte, ihr Profil zu entwickeln und touristische Attraktionen spannend zu präsentieren, belegten sie den dritten Platz beim „Businessplan Wettbewerb Berlin-Brandenburg“. 

Für dieses Projekt, das künftig unter einem anderen Namen laufen soll, wurde eine Datenbank mit Informationen über bedeutende kulturelle und historische Orte angelegt, die Diekmann auch künftig nutzen möchte. „Damit wollen wir Besuchern von Städten und Gemeinden interessante und weitgehend unbekannte Sehenswürdigkeiten jenseits der in den Reiseführern beschriebenen, ausgetretenen Pfade nahe bringen und zwar zugeschnitten auf ihre jeweiligen individuellen Interessen.“ Erste Gespräche über Anwendungen gebe es bereits mit einigen kleineren Kommunen in Brandenburg und in anderen Bundesländern.   

Quelle: Agentur Medienlabor/Manfred Rey
 

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