Kreatives Brandenburg

Coworking für den sozial-ökologischen Wandel

Coworking für den sozial-ökologischen Wandel

Eberswalder Gemeinschaftsbüro mit gesellschaftlicher Orientierung

Als der Eberswalder Rechtsanwalt Sven Gumbrecht den Coworking Space „Thinkfarm“ in Berlin-Kreuzberg 2015 bei der Gründung beriet, war er begeistert von der Idee. „Da habe ich gedacht, ein Gemeinschaftsbüro für Projekte des sozial-ökologischen Wandels müsste es auch in Eberswalde geben.“ Doch bis zum Start des ersten Coworking Spaces in der Barnimer Kreisstadt dauerte es fast drei Jahre. „Im Mai dieses Jahres haben wir endlich losgelegt“, sagt der 44-Jährige, der auch Inhaber von Startups coacht.

Mitgründer sind neben dem gebürtigen Merseburger, der in Halle Jura studierte und 2011 nach Eberswalde kam, Madlen Haney, die Erneuerbare-Energie-Projekte berät und Ingo Frost, der Webseiten programmiert. Lange hatten die Drei, wie Gumbrecht schildert, in Berlin „Thinkfarm-Luft“ geschnuppert, ehe die Idee reifte, ein eigenes Projekt zu starten.

Ein zwischenzeitlich genutztes, städtisches Gebäude erwies sich jedoch als ungeeignet. „Ein solches Projekt, wie wir es anstrebten, war unter einem städtischen oder gemeinnützigen Dach nicht möglich. Wir brauchten unsere eigene Struktur“, so Gumbrecht. Nach langem Suchen fanden die Gründer Anfang dieses Jahres einen geeigneten Standort in einem leerstehenden 250 Quadratmeter großen Ladengeschäft im Stadtzentrum.

Kooperationsvereinbarung mit anderen Projekten

Dass die Eberswalder den Namen des Berliner Gemeinschaftsbüros kopierten, ist Programm. „Wir haben die Grundidee übernommen, gemeinsam und solidarisch unter einem Dach für Projekte einer nachhaltigen Gesellschaft mit sozial-ökologischer Orientierung zu arbeiten“, umschreibt Gumbrecht das  Geschäftsmodell. Mit den Berlinern, einem gleichnamigen Büro in Kiel und dem „Grünhof“ in Freiburg, einem Projekt für Startups und Kreativunternehmen, besteht eine Kooperationsvereinbarung.

Die „Thinkfarm“ versteht sich als Ort der Begegnung, um co-creativ neue Ideen im Bereich des sozial-ökologischen Wandels umzusetzen. Die Gründer erwarten von den Mietern, dass sie sich offen zeigen für diese Ideen und sehen es gern, wenn sie sich aktiv in der Organisation oder in Projekten einbringen. Als Social Business strebt das Unternehmen auch nicht persönliche Gewinne, sondern einen sozialen Mehrwert an. „Die Nutzer und Nutzerinnen sollten daher schon in unser Konzept passen, bislang hatten wir damit aber keine Probleme“, versichert Gumbrecht.

Hauptmieter sind neben dem Verein Hebewerk, der ein vom Bund gefördertes Klimaschutzvorhaben betreibt, die Eberswalder Hochschule für nachhaltige Entwicklung (HNE), die externe Arbeitsplätze für ein Projekt der Regionalentwicklung suchte. Zu den weiteren Mietern gehören ein gemeinnütziger Umweltschutz-Verein, eine Genossenschaft im Bereich der Erneuerbaren Energien, eine freie Journalistin, die über Fahrradmobilität schreibt, eine GmbH, die Lösungen im Bereich nachwachsende Rohstoffe anbietet sowie eine Unternehmerin, die zwischen Eberswalde und Essen pendelt.

Im Angebot: 17 Arbeitsplätze in drei Bereichen 

Die „Thinkfarm“ bietet 17 Arbeitsplätze in drei Bereichen: Fixdesk, Shared Fixdesk und Flexdesk. Der Fixdesk, in dem jeder der neun Nutzer einen eigenen Schreibtisch mit einem abschließbaren Rollregal hat, ist voll vermietet. In den beiden anderen Bereichen, in denen sich die Mieter ihre Plätze mit einem oder mehreren Nutzern teilen müssen, nähere sich die Auslastung der 70-Prozent-Marke, sagt Gumbrecht. Küche, Seminarbereich und Besprechungsraum können gemeinschaftlich genutzt werden.

Die Monatspreise bewegen sich zwischen 150 Euro für einen eigenen Schreibtisch und 85 Euro für einen Platz in einem Gemeinschaftsraum. Der  Flexdesk steht seinen Nutzern montags bis freitags von 9 bis 18 Uhr offen, die anderen Desks sind rund um die Uhr geöffnet. Ein Zehn-Tage-Ticket für den Flexdesk kosten 60 Euro.

Weitere Informationen sowie Kontakt unter folgendem Link:
http://thinkfarm-eberswalde.de 

Quelle: Agentur Medienlabor/Manfred Rey

rss

Schon gelesen?

schließen
schließen