Kreatives Brandenburg

Im Profil: Die Modedesignerin Sarah Gwiszcz

Im Profil: Die Modedesignerin Sarah Gwiszcz

Der Blaudruck hat es Sarah Gwiszcz angetan. Kleider, Röcke, Blusen und auch Hosen hat sie bereits aus Blaudruck-Stoffen entworfen. Die alte Drucktechnik ist auch ein wichtiges Element der sorbischen Tracht, von der sich die Modedesignerin inspirieren lässt. 

"Sorbisch modern" hieß das Studienprojekt der AMD Akademie Mode & Design in Berlin, das Auslöser für die geborene Lübbenerin war, sich mit den Trachten ihrer Heimat zu beschäftigen. In ihren Kreationen holte Sarah Gwiszcz die Kleidung in den Alltag. "Meine Entwürfe waren Publikumslieblinge", sagt die 24-Jährige, die gemeinsam mit ihren Kommilitonen die Modelle bei einer Modenschau in Guben zeigte. In ihrer Bachelor-Arbeit und Abschlusskollektion "Reanimation" stellte sie erneut die sorbische/wendische Tracht in den Mittelpunkt. "Seitdem bin ich dabei geblieben."

Die "Sorbische Calavera"

Sie lernte die Tracht, die bereits ihre Großtante als Kahnfährfrau im Spreewald getragen hat, kennen und schätzen. Auch Sarah Gwiszcz besitzt noch einen alten Stradower Rock, den sie neu aufarbeitet. Von ihrer selbst entworfenen Mode trägt sie nur wenige Stücke: "Bis jetzt waren die Sachen Show-Teile für die Modenschauen."

Deshalb kann man die Kreationen der jungen Designerin auch noch nicht kaufen. Derzeit richtet sie ihr eigenes Atelier ein und pendelt zwischen ihrem Elternhaus im Lübbenauer Ortsteil Ragow (Oberspreewald-Lausitz) und Berlin. Voraussichtlich 2014 will Sarah Gwiszcz dann ihre erste Kollektion anbieten, die sich an Frauen und Männer zwischen 30 und 50 richtet. "Gutes Handwerk ist teuer. Das können sich die meisten jungen Leute nicht leisten", erklärt sie. Wichtig ist ihr, das die Kleidung in Deutschland hergestellt wird. Und beim Blaudruck möchte sie bleiben.

 Hochzeitskleid von Sarah Gwiszcz

6 Fragen an: Sarah Gwiszcz

Ist Ihr Job Beruf oder Berufung?
Ich glaube, ich kann und möchte nichts anderes machen. Womöglich Berufung.

Warum? Und wie sind Sie dazu gekommen?
Schon als ich klein war wollte ich Künstlerin werden. Später konkretisierte sich dieser Wunsch in Richtung Design. Als ich mit 17 Jahren an einem Projekt mit einer Modedesignerin teilnahm und nähen lernte, war es dann Modedesign. Nach dem Abitur absolvierte ich mehrere Praktika und weitere Nähkurse. Das Studium folgte.

Können Sie von Ihrer Kreativität leben?
Noch nicht. ;)

Die Kreativszene zieht es nach Berlin. Sie leben und arbeiten im Land Brandenburg. Was hat Brandenburg was Berlin nicht hat?
Menschen, denen ich nichts vormachen muss. Heimat verbindet.

Wo kann man Sie am Abend treffen?
Da, wo man sich mit mir verabredet. Ich habe keine Stammlokalität oder so.

Ihr Wunsch für Brandenburg!
Junge engagierte Leute. Nichts könnte Brandenburg mehr helfen.

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