Märkische Allgemeine

Zwei Potsdamer Künstler im Clinch

Der Potsdamer Schauspieler und Sänger Christian Nähte setzt sich schon längere Zeit für mehr Proberäume und Ateliers in der Innenstadt der brandenburgischen Hauptstadt einsetzt. Der Erhalt des Rechenzentrums und heutigen Kreativhauses liegt ihm am Herzen - und nicht der Aufbau der Garnisonkirche. Auch der Abriss der alten Fachhochschule schmerzte ihn, die für den Wiederaufbau der historischen Mitte weichen musste. Schließlich hatte er einen Song vorgestellt, in dem er seine Liebe zu Potsdam offenbart, aber auch nicht mit Kritik an der Entwicklung der Stadt hinterm Berg hält. Die Resonanz war groß.

 

Ein kleiner Abgesang auf meine Heimatstadt. . . . . . . . . - gestern im Rechenzentrum Potsdam nach der Vorführung der...

Gepostet von Christian Näthe am Samstag, 9. November 2019

Rund einen Monat später schrieb Nähte einen langen Gastbeitrag in der Märkischen Allgemeinen Zeitung.  Darin spricht er vieles an, was ihn stört. Er fühlt sich von der Wandlung der Stadt überrumpelt. Der Wiederaufbau der historischen Mitte und die Errichtung des Turms der Garnisonkirche seien "Teil eines sich manifestierenden Potsdam - "aus dem ich mich ausgeschlossen fühle", so Näthe. Für ihn machen zumal das Flair einer Stadt "neben der Fassade auch die mannigfaltigen Beziehungen und Netzwerke unterschiedlicher Akteure aus! Dafür braucht es Lücken, Nischen, bezahlbaren Wohnraum und kreative Begegnungsstätten". Auch und gerade in der Mitte der Stadt. Er fürchtet, dass durch den den jetzt eingeleiteten Veränderungsprozess ein Verbleib der Künstlern im Zentrum perspektivisch unmöglich gemacht werde,

Zwei Wochen später antwortete Barbara Kuster ebenfalls mit einem Gastbeitrag in der MAZ auf Näthe. Die Kabarettistin engagiert sich stark in der Initiative "Mittschön", die den Wiederaufbau der historischen Mitte befürwortet. Die Kritik ihres Kollegen kann sie in weiten Teilen nicht nachvollziehen. Die Fachhochschule war und das Rechenzentrum ist "keine architektonische Glanzleistung, die es zu bewahren gilt", schreibt sie. Zudem würden die Künstler keinesfalls aus der Innenstadt verdrängt. Vielmehr würde ihnen ein neues Kreativzentrum gebaut. Der Beitrag Näthes sei ein "Jammern auf hohem Niveau", so Kuster.

Beide Beiträge aus der Märkischen Allgemeinen Zeitung gibt es hier:

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