dpa

100 000 Besucher bei Ausstellung von DDR-Kunst im Museum Barberini

Mit mehr als eine halben Million Besucher im ersten Jahr hat das neue Potsdamer Museum Barberini einen fulminanten Start erlebt. Nun endet die Ausstellung zur DDR-Kunst - mit einem durchwachsenen Ergebnis.

Die Ausstellung «Hinter der Maske. Künstler in der DDR» im Potsdamer Museum Barberini wird bis zum Ende der Schau am kommenden Sonntag 100 000 Besucher erreicht haben. Direktorin Ortrud Westheider sprach am Freitag von einem Erfolg. «Nach den
Impressionisten und der amerikanischen Moderne haben wir einen prägnanten Überblick über Kunst in der DDR gegeben», sagte sie. Allerdings hatten die Eröffnungsausstellungen zum Impressionismus und Klassikern der Moderne sowie die zweite Schau zur amerikanischen Moderne mit 320 000 beziehungsweise 140 000 Gästen deutlich mehr Besucher angezogen als die DDR-Kunst.

Gezeigt wurden Arbeiten von 87 Künstlern, darunter Bernhard Heisig (1925–2011), Wolfgang Mattheuer (1927–2004), A. R. Penck (1939-2017), Willi Sitte (1921–2013) und Werner Tübke (1929–2004). Zudem waren erstmals seit mehr als 20 Jahren auch 16 großformatige Werke aus der Galerie des Palasts der Republik zu sehen.

«Unsere Schau hat sich eines so großen Zuspruchs erfreut, weil sie bei den Menschen Fragen der Identität aufrief», meinte Westheider. Die Ausstellung konzentrierte sich mit Selbstporträts sowie Gruppen- und Atelierbildern auf die Künstler und sollte den kunsthistorischen Aspekt der DDR-Kunst vertiefen. Anders als bisherige Ausstellungen, die meist mit dem politischen Blick auf die Werke konzipiert wurden.

Vom 24. Februar an zeigt das Museum von Kunstmäzen Hasso Plattner Einblicke in das Werk von Max Beckmann (1884–1950). Zu sehen sind mehr als 100 Leihgaben aus deutschen und internationalen Museen sowie Privatsammlungen. Die Höhepunkte sind zwei bisher kaum in Europa gezeigte Triptychen aus US-Sammlungen.

Motive des Zurschaustellens prägten Beckmanns Werk, teilte das Museum mit: «Varieté- und Jahrmarktkünstler, Akrobaten, Clowns und Schauspieler.» Der Künstler habe diesen Themenkreis als Ausdruck des
Welttheaters begriffen. «Damit stellte er sein Schaffen in die Tradition der barocken Idee, die das Weltgeschehen als scheinhaftes Spiel begreift, das auf eine dahinterliegende Macht verweist.»

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