dpa

«Leben ist Glühn»: Fritz Ascher-Ausstellung in Potsdam und Berlin

Zum 125. Geburtstag kehrt er an seine Aufenthaltsorte zurück. Das Potsdam Museum zeigt in einer Kooperation mit der Gedenkstätte Lindenstraße und dem Berliner Museum Charlottenburg-Wilmersdorf Werke des expressionistischen Künstlers Fritz Ascher.

Das NS-Regime verbot ihm das Malen, also griff Fritz Ascher zu Stift und Papier - erstmals zeigt das Potsdam Museum vom kommenden Sonntag (10. Dezember) an Bilder und Gedichte des von den Nationalsozialisten verfolgten Expressionisten (1893-1970). Gemeinsam mit der Gedenkstätte Lindenstraße und dem Museum Charlottenburg-Wilmersdorf will das Museum das Leben des Künstlers jüdischer Herkunft in Berlin und Potsdam abbilden. «Sein Schicksal steht exemplarisch für viele vielversprechende Karrieren der "verlorenen Generation"», sagte die Direktorin des Potsdam Museums, Jutta Götzmann, bei der Vorstellung der Schau am Mittwoch.

Ascher, der in Berlin geboren und den Großteil seines Lebens dort verbrachte, begann früh, sich künstlerisch auszudrücken. Seine Entdeckung verdankte er dem Berliner Künstler Max Liebermann, der ihn mit den Worten «da zieht ein ganz Großer in die Welt» an die Preußische Akademie der Künste empfahl. Seinem Mentor widmete Ascher eines seiner zahlreichen Porträts, die in den Museen neben Öl auf Leinwand, farbkräftigen Aquarellen und Bleistiftzeichnungen hängen.

Neben den Bildern zeigen die Museen auch Aschers Gedichte. Von der NSDAP wurde Ascher als jüdischem und «entartetem» Künstler ein Malverbot auferlegt. Nicht geduldeten Malern wurde damit die Existenzgrundlage entzogen. Fast manisch begann der Künstler zu schreiben. In der Zeit, in der er sich erst in einer Babelsberger Pension und anschließend bei Freunden im Grunewald vor der Gestapo versteckte, entstanden so mehr als 100 Gedichte. «Sie stehen für seine ungemalten Bilder», sagte die Leiterin des Charlottenburger Museums, Sabine Witt.

Die drei Ausstellungsorte teilen sich Aschers Leben thematisch auf: Das Potsdam Museum zeigt die Frühwerke des Künstlers. Im Charlottenburger Museum sind vor allem die nach Kriegsende entstandenen Landschaftszeichnungen zu sehen. Der Zeit seiner Inhaftierung im Polizeigefängnis Priesterstraße (heute Bauhofstraße) widmet sich die Gedenkstätte.

Die Werkschau mit dem Titel «Leben ist Glühn» entstand auf Initiative der Fritz Ascher Gesellschaft «für verfolgte, verfemte und verbotene Kunst» in New York. Sie ist bis zum 11. März in den beiden Museen und bis April in der Gedenkstätte Lindenstraße zu sehen.

Vollständigen Artikel lesen

rss

Schon gelesen?

schließen
schließen