Kreatives Brandenburg

Kommunikation im Zeitalter des digitalen Wandels

Drittes Dialogforum der Brandenburger Kreativwirtschaft in Schloss Wiepersdorf

Kommunikation im Zeitalter des digitalen Wandels

Mittelständische Unternehmen und Handwerker in Brandenburg nutzen digitale Techniken, wie Internet und audiovisuelle Medien, noch immer zu wenig, um mit Akteuren der Kreativwirtschaft  neue Kunden und Geschäftsfelder zu erschließen. Das wurde auf drei Veranstaltungen deutlich, zu denen die Mittelstand 4.0 Agentur Kommunikation Firmeninhaber, Künstler, Land- und Gastwirte, Werbefachleute, Tourismus- und Kommunikationsexperten eingeladen hatte. Den Dialogforen im Kloster Stift zum Heiligengrabe in der Prignitz und im uckermärkischen Boitzenburg Mitte und Ende Juni folgte am 21. September ein weiteres Treffen im Künstlerhaus Schloss Wiepersdorf (Landkreis Teltow-Fläming).

Zentrales Anliegen der von Agenturleiter Thomas Thiessen moderierten Gesprächsrunden war es, einen dauerhaften Dialog zwischen der brandenburgischen Kultur- und Kreativwirtschaft sowie Inhabern und Führungskräften von kleinen und mittelgroßen Unternehmen (KMU) verschiedener Branchen zu schaffen. Das Forum in Heiligengrabe beschäftigte sich mit dem Kunstmarkt, das  Treffen in Boitzenburg mit Gestaltung. Ziel der dritten Veranstaltung zum Thema Kommunikation war es, Kulturschaffenden und Mittelständlern zu helfen, digitale Techniken sinnvoll für ihren Geschäftsbereich einzusetzen und sich besser im Internet darstellen zu können.

Thomas Pleil vom Institut für Kommunikation und Medien an der Hochschule Darmstadt riet KMU-Inhabern, bei der Entwicklung neuer Vermarktungsstrategien zunächst auszuloten, wo ihre Prioritäten liegen. „Die Kunden wollen nicht nur ein tolles Produkt, sondern auch einen guten und schnellen Service“, lautet sein Motto. Wer bei diesen Anforderungen mithalten wolle, müsse auch die Arbeitsabläufe und die Qualifikationen seiner Mitarbeiter kritisch prüfen.   

Beim Aufbau neuer Kundenbeziehungen die „richtige Tonalität“ treffen

Um dauerhafte Beziehungen zu neuen Kunden aufzubauen, sei es wichtig, auf die jeweilige Zielgruppe abgestimmte Botschaften zu vermitteln und dabei die „richtige Tonalität“ zu treffen.  Dabei sei ein geschulter „Blick von außen“, über den erfahrene Kommunikationsdienstleister verfügen, immer ein Gewinn. Zukünftig aber werde mehr Verständnis über Technologien vor allem über die Kommunikation im Internet verlangt. Jedoch sei nicht alles, was technologisch möglich sei, für jede  Anwendung geeignet.   

Das bestätigte Pia Sue Helferich, Projektleiterin für Digitale Kommunikation in der Mittelstand 4.0 Agentur. Auf jeder Plattform und in jedem Medium mitspielen zu wollen, sei eher kontraproduktiv. „Man muss da sein, wo die Zielgruppen sind und die digitalen Möglichkeiten nutzen, um mit einem einzigartigen Service zu punkten. Pflegen Sie dabei einen lebendigen Dialog“, lautet ihre Empfehlung.  

Stefan Schindler, Geschäftsführer der Firma Wonderlamp Industries und Sprecher des Vereins Virtual Reality Berlin Brandenburg,  verwies auf die vielfältigen Möglichkeiten zur Anwendung neuer audiovisueller Techniken wie Virtual Reality (VR) und Augmented Reality (AR). Bei VR taucht der Benutzer mittels einer Brille vollständig in eine virtuelle Welt ein, während bei der erweiterten Realität (AR) die Vermittlung zusätzlicher Informationen im Vordergrund steht – etwa die Projektion von Abbiegehinweisen des Navigationsgeräts auf die Frontscheibe eines Autos und damit direkt ins Blickfeld des Fahrers. Schindler sieht für VR und AR einen großen Bedarf – „über alle Branchen hinweg“, wie er sagt. „Die audiovisuelle Kommunikation wird sich komplett verändern. Wir werden künftig auf solche Technologien ebenso wenig verzichten wollen, wie auf ein Smartphone.“ 

„Analoge Kommunikation“ auch im Zeitalter des Internets wichtig

Den Kurzvorträgen folgten zwei Diskussionsrunden, in denen die Teilnehmer aufgefordert waren, eigene Ideen und Empfehlungen vorzuschlagen. So wird unter anderem erwartet, dass die Akteure in ländlichen Regionen besser unterstützt werden, sich kennen zu lernen und zu vernetzen können. Einhellig war dabei die Auffassung, dass sich Treffen wie die Dialogforen wiederholen und zu einer ständigen Einrichtung entwickeln sollten. Diese Form der „analogen Kommunikation“ sei auch im Zeitalter des Internets unverzichtbar, hieß es häufig.   

Diesen und ähnlichen Themen stellt sich auch die in Potsdam-Babelsberg angesiedelte Brandenburger Agentur für Kultur und Kreativwirtschaft, die im November ihre Arbeit mit Beratungs- und Coachingangeboten aufnehmen wird. Ziel der Agentur ist es, Netzwerke und Kooperationen aufzubauen, um  Künstlern und Unternehmern zu helfen, neue Geschäftsmodelle und Produkte zu entwickeln.  

Quelle: Manfred Rey

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