Kreatives Brandenburg

Brandenburg kann Design

Designpreise des Landes zum zehnten Mal verliehen

Brandenburg kann Design

Eine Multifunktionstür, Brillen aus Holz, ein künstlicher Himmel im Kontrollraum eines Industriebetriebes oder eine innovative Verbrauchersendung – die Gewinner des diesjährigen Wettbewerbs um den märkischen Designpreis belegen: Brandenburg ist Innovationsland.

Zur mittlerweile zehnten Verleihung dieser Auszeichnung am 9. Oktober am Potsdamer Kulturstandort Schiffbauergasse hatte eine Fachjury die besten Arbeiten aus 95 Bewerbungen in den Kategorien Nachwuchsdesign, Produktdesign, Kommunikationsdesign und Lichtdesign für die Preisverleihung bestimmt. Der vom Wirtschaftsministerium initiierte und mit Preisgeldern von insgesamt 20.000 Euro dotierte Wettbewerb war zugleich Auftakt für die Designtage vom 13. bis 15. Oktober, die auch alle ausgezeichneten und nominierten Beiträge in einer Ausstellung zeigten.  

Brandenburgs Kulturministerin Martina Münch (SPD) nannte den Designpreis bei der Eröffnung der Veranstaltung nicht nur eine wirtschaftspolitische Auszeichnung, sondern auch Mittel der Kulturpolitik. „Der Designpreis steht für Innovation, Offenheit, Vielfalt und Experimentierfreude in unserer Gesellschaft.“

Design durchdringt immer mehr Branchen

Nach den Worten des Geschäftsführers des German Design Council, Lutz Dietzold, „war Design am Anfang ein Thema unter Avantgardisten, das sich  breit entwickelt hat und heute immer mehr Branchen durchdringt “. Für Katrin Hinz, Dekanin des Fachbereichs Gestaltung und Kultur an der HTW Berlin und Jury-Mitglied, ist Design längst mehr als hübsche Verpackung: „Beim Design geht es auch um technologische Innovationen wie neue Materialien und Nutzerbedürfnisse.“

Am Beispiel des Gewinners des Nachwuchspreises, Dominik Glezer, unterstrich Hinz, dass ein gutes Design oftmals Probleme löse, „die anderen noch gar nicht aufgefallen sind.“ Das in emsiger Tüftelei entstandene innovative Türsystem des Hochschulstudenten ist vor allem für die wachsende Zahl von Mikroapartements gedacht. Es vereint die Funktionen Drehtür, Schiebetür und Schwingsystem. Die Tür kann von verschiedenen Positionen aus geöffnet werden; sie ist daher mit jeweils zwei Griffen an jeder Seite versehen. Zum Verschließen rasten an der Tür links und rechts zwei Riegel in Zarge und Türhaltung ein. Hinz: „Ein wunderbares Beispiel, was Design leisten kann.“

Der Preis für das beste Kommunikationsdesign ging an das RBB-Verbrauchermagazin „Super.Markt“. Die neuartige Sendung besticht nach Ansicht der Jury mit einem unkonventionellen Look. Das Design zeichne sich mit Mut zur Farbe und ungewöhnlichen Bestandteilen aus, darunter einem roten Hochglanzboden, farbigen Leuchtkästen und leuchtenden Neonsymbolen.    

Die beiden aus Chile stammenden Designer Sergio Duarte und Rodolfo Pinto erhielten den ersten Preis in der Kategorie Produktdesign für ihre Brillengestelle aus Holz. Mit ihrem Potsdamer Label Pewen haben sich die beiden zum Ziel gesetzt, ein handgefertigtes Produkt aus 100 Prozent Rohstoffen herzustellen – ohne Chemikalien.  

Künstlicher Himmel aus hunderten LED-Kacheln

Der erstmals in der Kategorie Lichtdesign vergebene Hauptpreis ging an die Berliner Firma Lichtvision. Sie hat die 110 Quadratmeter große Decke in der fensterlosen Steuerzentrale der Ölraffinerie PCK in Schwedt zusammen mit dem Fraunhofer Institut in einen Himmel aus hunderten LED-Kacheln mit tausenden Pixeln verwandelt. Jeder Pixel kann in verschiedenen Farben leuchten und unterschiedliche Wetterzustände, Wolkenbilder und Farbtemperaturen simulieren. Hin und wieder sind vorbeifliegende Flugzeuge, ein Heißluftballon oder Vögel am künstlichen Himmel zu beobachten.    

Nicht weniger innovativ und interessant sind die übrigen von der Jury  nominierten Bewerber. Dazu gehören das von der Bombardier Transportation in Hennigsdorf entwickelte Design für die Metro in Stockholm und eine von der Firma Easy Lights entwickelte Deckenlampe, die mit schallabsorbierendem atmungsaktivem Naturmoos belegt ist.

Zur Vielzahl weiterer innovativer Produkte des diesjährigen Designwettbewerbs gehören Hocker, Leuchten und Vorratsdosen aus Birkenrinde, die sich wegen der darin enthaltenen ätherischen Öle hervorragend zur Aufbewahrung von Lebensmitteln eignen. Die deutsch-russische Designerin Anastasiya Koshcheeva verbindet mit ihren Arbeiten ein Jahrtausende altes sibirisches Handwerk mit modernem Design.  

Quelle: Manfred Rey

Foto: Sevensmaltry

rss

Schon gelesen?

schließen
schließen