
Zwiegespräch
Ausstellung- Veranstaltungsort
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Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur
Dortustraße 3614467 PotsdamDeutschland

farbiger Dialog mit schwarz-weiß-Fotografien von Alexandra Weidmann
montags – freitags von 7 – 18 Uhr geöffnet
Marie Eva Elwine Goslich
- emanzipierte Fotografin, Redakteurin, Schriftstellerin – 1859 in Frankfurt (Oder) geboren – Höhere Töchterschule – Sprachausbildung in der Schweiz – sozialkritische Autorin – Redakteurin und Chefredakteurin mehrerer, teils christlicherFrauenzeitschriften und Illustrierten – † 1938
Alexandra Weidmann
– Berliner Malerin – 1962 in Augsburg geboren -– Informatikstudium – Wissenschaftliche Mitarbeiterin an der TU und FU Berlin – seit 1998 freiberufstätige Künstlerin – 2008 Aufnahme in den Berufsverband Bildender Künstler und Brandenburgischen Verband Bildender Künstler – Ausstellungen im In- und Ausland
Marie Goslich hinterließ mehr als 400 schwarz-weiße Glasnegative im Format 13 x 18 cm, die dankenswerter Weise durch Lieselotte Herrmann aus Geltow erhalten geblieben sind. Dr. Krystyna Kauffmann aus Caputh hat sich seit 2006 sehr erfolgreich der Erforschung und dem Erhalt des Werkes von Marie Eva Elwine Goslich verschrieben. Aufgrund der hohen handwerklichen und inhaltlichen Qualität der Fotografien ist die Caputherin berufenes stellvertretendes Mitglied der Deutschen Fotografischen Akademie und vertritt das Engagement von Marie Goslich für die einfache Landbevölkerung im Verein „Arbeiterfotografie“ in Köln. Die von Frau Dr. Kauffmann kuratierte Ausstellung mit Fotografien der Marie Goslich, aus Anlass der „Photokina“ 2010 in Köln, wurde mit dem 2. Preis gewürdigt. Dank der Arbeit von Frau Dr. Kauffmann zählt Marie Goslich heute im anglo-amerikanischen Raum zu den bedeutenden Fotografen Deutschlands und ist nachgewiesenermaßen eine der ersten deutschen Frauen, die fortschrittliche redaktionelle Beiträge mit eigenen Fotografien veröffentlichte. Essentiell für die Fotografien von Marie Goslich sind die Ablichtungen der Menschen in ihrer realen täglichen Lebensumwelt.
Diese Situationsfotografie ist gestalterischer Ansatzpunkt für die bildende Künstlerin Alexandra Weidmann. Sie gibt den Fotografien das zurück, was durch die fotografische Technik zu Beginn des letzten Jahrhunderts nicht möglich war – die Farbe. Die Farbwahl erzeugt neue Stimmungen, die Wahl des Ausschnitts und das freie Verschieben von Bildelementen neue Kompositionen. Auf diese Weise schafft die Malerin originäre, subjektive Sichten auf das Werk von Marie Goslich. Mit ihrer künstlerischen Umsetzung transportiert die Künstlerin die Bild-inhalte der Fotografien in das 21. Jahrhundert. Über die Zeitebenen hinweg steht die bildende Künstlerin im Dialog mit der Fotografin. Alexandra Weidmann trägt mit ihrer künstlerischen Arbeit zur Verbreitung des Werkes von Marie Goslich bei.